Lionardo! — Francesca bittet mich in einem Brief, ich möge ihrem Beichtvater zehn Dukaten geben, um ein armes Mädchen im Kloster von Santa Lucia unterzubringen. Ihr zu Liebe will ich es tun, denn ich weiss, sie würde mich nicht bitten, wenn es kein wohlangebrachtes Almosen wäre. Aber ich weiss nicht, wie ich das Geld in Florenz auszahlen lassen soll. Ich wünschte darum, dieser Beichtvater hätte hier einen zuverlässigen Freund; dem würde ich es geben, sobald ich benachrichtigt würde.
Es freut mich zu hören, dass es Cassandra gut geht; empfiehl mich ihr, und haltet Euch gesund.
Michelangelo Buonarroti.
29.
An Giorgio Vasari.
Rom, den 18. Dezember 1556.
Messer Giorgio! — Ich habe das Büchlein Messer Cosimos, das Ihr mir schicktet, erhalten. In diesem Brief liegt ein Dankschreiben an seine Gnaden. Ich bitte Euch, gebt es ihm und empfehlt mich ihm. Ich habe dieser Tage unter grossen Mühen und Kosten, aber mit innigem Vergnügen einen Besuch bei den Einsiedlern in den Bergen von Spoleto gemacht und bin nur halb wieder hier in Rom, denn wirklichen Frieden findet man nur in den Wäldern. Sonst weiss ich Euch nichts zu sagen. Es freut mich, dass Ihr gesund und fröhlich seid, und ich empfehle mich Euch.
Euer Michelangelo Buonarroti.
30.
An Lionardo …