Silicon Valley hätte kein amerikanisches Phänomen bleiben müssen. Deutschland hätte genügend Gelegenheiten für eigene wissenschaftliche Erfolgsgeschichten gehabt, wäre es nicht allzu sehr auf die Strukturen fixiert geblieben, innerhalb derer sich vergangener (und kurzlebiger) Ruhm und vergangenes Versagen herausgebildet hatten. Man mag sich gar nicht vorstellen, mit welcher Leichtfertigkeit und Geschwindigkeit unzählige Milliarden zur Subvention völlig veralteter Industriezweige (unter anderem für die Steinkohleindustrie) ausgegeben worden sind. Wäre dieses Geld in neue Technologien und neue Medien investiert worden, hätte Deutschland mehr als eine Erfolgsgeschichte und weniger Arbeitslose zu vermelden gehabt. In der politischen Gleichung einer subventionsgestützten Wirtschaft sind in Deutschland die heutigen Steuerzahler und die zukünftigen Generationen die echten Verlierer. So vergeudet Deutschland nicht nur enorme Summen, sondern seine wertvollste Ressource—eine hoch gebildete Bevölkerung. Einige der führenden Köpfe haben das Land bereits verlassen und im Ausland Erfolg gehabt. Kai Krause von MetaCreations; John Kluge, der deutsche Emigrant, der in den achtziger Jahren ein Mobilfunknetzwerk an Southwestern Bell und eine Ferngesprächfirma an WorldComm verkauft hat. Solche Erfolge könnten der Deutschen Telekom die Farben des Neides oder der Scham ins Gesicht treiben. Auch mit anderen Erfolgen, die allesamt in Deutschland unvorstellbar wären—z. Zt. Metromedia Energy als Strommakler—, macht er von sich Reden. Und es gibt zahlreiche andere Erfolgsgeschichten von Innovatoren, die es in ihrer geliebten Heimat zu nichts bringen konnten wegen der bürokratischen Hindernisse, die man jungem Unternehmergeist in den Weg legt. Solche Beispiele sind weder neu noch außergewöhnlich. Dieser Zustand in Deutschland ist abnormal; er ist das schmerzliche Ergebnis einer politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation, die man hätte vermeiden können. Immer mehr breiten sich in Deutschland Unzufriedenheit und ein Fatalismus aus, den es in diesem Ausmaß seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland nicht mehr gegeben hat.

Falsch wäre es indes, das Silicon Valley oder die erwähnten Erfolgsgeschichten einfach nachschreiben zu wollen, wie es einige Politiker im Bereich der Neuen Medien und der Telekommunikation offenbar versuchen. Eine Neuorientierung müßte in grundsätzlichen politischen und wirtschaftspolitischen Aktivitäten liegen. Um mich nicht in Allgemeinplätzen zu verlieren, will ich versuchen, ein Szenario zu skizzieren, in dem solche Alternativen entwickelt werden könnten.

Dank ihrer Tradition und ihrer besonderen wissenschaftlichen Kompetenz sind die Deutschen hervorragend geeignet, bei der technologischen Entwicklung der allgegenwärtigen Computation eine Führungsrolle zu übernehmen. Das Digitale, ein wesentlicher Bestandteil der neuen Grundstruktur menschlicher Tätigkeit, hat seine ersten Gehversuche gerade hinter sich. Auf einer spektakulären Konferenz unter dem Titel "Die nächsten 50 Jahre der Computation" (1997), die der Entwicklung der Datenverarbeitung in den kommenden fünfzig Jahren gewidmet war, diente als Hintergrund für die Präsentation neuester Computermodelle das Bild einer Höhle aus der Steinzeit. Im Vergleich zu dem, was die Industriegesellschaft produziert hat, vor allem aber hinsichtlich der sich abzeichnenden neuen Möglichkeiten, ist die heutige Computertechnologie relativ primitiv. Das in Presse und Computerkreisen viel diskutierte Problem der Jahrtausendwende (einige Computer sind auf die Umstellung nicht richtig programmiert) ist z. B. das Ergebnis wissenschaftlicher Kurzsichtigkeit und technologischer Grenzen, die die Welt Milliarden von Dollar kosten wird. Kein anderer Industriezweig hat die Gesellschaft auf eine ähnlich gefährliche Weise herausgefordert. Aber nicht die Krise, sondern die Chancen interessieren uns hier. Gewiß, wenn Autos, Züge und Flugzeuge genauso unzuverlässig wären, wäre die halbe Menschheit bei Verkehrsunfällen getötet oder sämtliche Fahrzeuge wären stillgelegt worden. Die Computer müssen sich also weiterentwickeln, sie werden ausreifen und billiger werden. Ihre Leistungsfähigkeit wird sich steigern. Zuverlässigkeit wird dabei im Mittelpunkt stehen, denn die Experten sind sich der Tatsache bewußt, daß hier große Risiken liegen und daß andererseits das Digitale in der neuen Infrastruktur menschlichen Lebens und menschlicher Arbeit von zentraler Bedeutung sein wird. Wir brauchen also neue Konzepte und eine neue Generation von Ingenieuren. Dafür muß unser Bildungs- und Ausbildungssystem auf eine neue Grundlage gestellt werden, die die digitale Struktur zum zugrundeliegenden Prinzip hat. Darin liegen ungeahnte Chancen, freilich auch nicht wenige Gefahren. Das, woran IBM, Microsoft und Siemens nicht interessiert waren, werden kleine risikofreudige Unternehmer bewerkstelligen, die dort ihre Chance sehen, wo große Monopolisten offenbar blind oder schwerfällig sind. In dem großen Bereich der Betriebssysteme hätte Deutschland mehr zu sagen, als es derzeit (als stiller und zufriedener Kunde) geschieht. Auch steht die Integrierung des Computers in die gesamte gesellschaftliche Infrastruktur (ubiquitous computing) in Deutschland noch bevor, wobei diese Entwicklung im übrigen von den Betriebssystemen entscheidend abhängt. Auch kann in dieser Hinsicht die Umweltpolitik, die in Deutschland traditionellerweise eine große Rolle spielt, durch die Produktion umweltfreundlicher Produkte profitieren. Als in Deutschland ein Internetanbieter verurteilt wurde, weil er den Zugang zu unsittlich-ekelhaften Webseiten möglich gemacht hatte, die niemand gutheißt (die sich aber offenbar viele, auch Deutsche, heimlich anschauen), war das ein denkwürdiger Vorgang. Doch müßte man nach der gleichen Logik (oder dem gleichen juristischen Vor-Urteil) die Bundesbahn dafür verurteilen, daß sie Transportmittel bereitstellt, die Frauen nach Holland in die Abtreibungskliniken bringen, die Lufthansa dafür, daß sie deutsche Urlauber in asiatische Länder fliegt, in denen die Kinderprostitution blüht, und die Telekom und ihre Konkurrenten dafür, daß über ihre Dienstleistungen Nazipropaganda und terroristische Anleitungen verbreitet werden. Um die Möglichkeiten und Gefahren einer vernetzten Gesellschaft wirklich abwägen zu können, muß man sich sehr genau und vorurteilslos mit allen technischen Aspekten, besonders aber mit den menschlichen und politischen Dimensionen befassen.

Nach allem, was man in den deutschen Medien über die vernetzte Welt lesen kann, überrascht es nicht, daß kein Bundesbürger daran glaubt, daß ein deutscher Bundeskanzler (egal welcher!) weiß, wie man mit einer Maus oder mit einem ähnlichen Computerbestandteil umgehen muß. Hier ist der—zugegeben kontroverse—peruanische Präsident Fujimori weiter: Er wußte, wie er über seinen Laptop an Daten herankam, mit deren Hilfe er sinnvolle Wirtschaftsprogramme darlegen konnte. Das Bild des Deutschen, das sich aus der gegenseitigen Abhängigkeit der politischen Praxis in einer stark regulierten Gesellschaft und den Methoden, mit denen sie ihre Legitimität verteidigt, ergibt, ist dann etwas folgendes: technologisch versiert, technologisch interessiert und dennoch unwillens, den entscheidenden Schritt vom Ottomotor zur digitalen Maschine zu gehen.

Um den Umbruch wirklich mitgestalten zu können, müßten die Deutschen ihr jetziges System mit allen seinen Grenzen grundsätzlich in Frage stellen. Sie müßten vor allem ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und es nicht denjenigen überlassen, denen sie bislang ihr Geschick allzu leichtfertig anvertraut haben. Eine Top-down-Strategie, wie ich sie in den vorausgegangenen Kapiteln in verschiedenen Zusammenhängen dargestellt habe und wie sie in dem hierarchisch strukturierten Deutschland besonders wirksam etabliert ist, wäre der falsche Ansatz. Schauen wir doch den Tatsachen ins Gesicht: In den vergangenen Jahren haben sich die Politiker in Deutschland darin überboten, eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nach der anderen zu entwickeln und enorme Summen in sie zu investieren; nahezu alle zielten auf die Keynessche Lehre von der staatlichen Intervention ab, die auch in die wahnwitzigen Subventionen für die desolate Kohleindustrie eingegangen ist. Wirkliche Abhilfe könnte nur die Einschränkung staatlicher Eingriffe bringen, ein Rückzug der zentralen Staatsgewalt und eine verstärkte Motivation und Kompetenz lokaler Einrichtungen, die natürlich im Netzwerk eingebunden sein müssen, die gegenseitige Hilfe, aber auch kreativen Wettbewerb fördern. Staatliche Einrichtungen müßten nach denselben Prinzipien bewertet und bezahlt werden wie die Vorstandsmitglieder großer Unternehmen: nämlich nach ihrer Leistung bei der Kostenreduzierung, bei der Verschlankung der Bürokratie und bei der Stärkung von Eigeninitiativen. Derartiges Downsizing würde uns vom Wasserkopf der schriftbasierten Regulierungssucht befreien. Gute und erfolgreiche Politik in der heutigen Zeit würde zuallererst darin bestehen, die Regierung mindestens um die Hälfte zu verkleinern. Ist diese Sichtweise realistisch?

Gewiß nicht innerhalb eines Modells der zentralen Mittelvergabe—zentral auf der Ebene der Bundesländer, des Bundes und jetzt auch der Europäischen Union. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge sieht es eher so aus, als würde die Interventionspolitik mit staatlichen Subventionen Deutschlands Zukunftschancen zerstören. Zu stark sind die Seilschaften, die Einflußnahme durch Interessengruppen und der politische Opportunismus: allesamt aus der Schriftkultur und auf ihr begründet. Wo Wettbewerb und Motivation fehlen, herrscht Mittelmäßigkeit; Transparenz wird durch Regulierung ersetzt. Einen wirklichen Wettbewerb im Bereich der gesetzlich vorgeschriebenen Ausschreibungen von Projekten kann es schon deshalb nicht geben, weil die Gelder oft schon verteilt sind, bevor die Bürokraten die Ziele einiger dieser staatlichen Programme festgelegt haben. Einige Modethemen beherrschen den politischen Diskurs—überfüllte Autobahnen und Tempolimits, Multimedien, neue Produktstoffe, Umweltschutz—und rufen entsprechende Aktivitäten auf Landes- und Bundesebene hervor. Aber auch hier fließen die Gelder an die, die in den richtigen Positionen sitzen oder die richtigen Beziehungen haben und die, schlimmer noch, die Gutachter über diejenigen sind, die aus einer anderen Position oder einem anderen Blickwinkel heraus diese Probleme angehen würden. Auch hier fördert die staatliche Intervention—ganz wie in Japan—Vorabsprachen und Vorentscheidungen und verhindert Transparenz. Im Mittelpunkt steht weniger das Ergebnis als ein entsprechendes Gutachten: ein weiteres Produkt der Schriftkultur. Die Hoffnungen mancher Unternehmer, Forscher und akademischer Lehrer, daß sich diese Situation auf europäischer Ebene verändern würde, sind weitgehend enttäuscht worden. Bürokratische Strukturen sind am allerwenigsten für Selbstkontrolle und Selbstkorrekturen geeignet. Je weiter sie sich von ihren Geldgebern entfernen, desto mehr wird das System der demokratischen Gewaltenkontrolle unterminiert. Das Brüsseler Modell, auf dem die Europäische Union gründet, wirkt alles andere als integrativ. Oft ist es nichts anderes als organisierte Verschwendung und überregulierte Stagnation. Das gilt ganz besonders für die vielen Kooperationsprogramme, für die erhebliche Summen zur Verfügung stehen. In dem verzweifelten Bemühen, Forschern und Studenten der verschiedenen Mitgliedsländer die Zusammenarbeit zu erleichtern, werden künstliche und in mancherlei Hinsicht unangemessene sogenannte Partnerschaften gegründet. Natürlich gibt es hier auch Erfolge zu vermelden. Im großen und ganzen jedoch hat die eilige Suche nach Partneruniversitäten und der damit verbundene erhebliche Verwaltungsaufwand nur zu neuen bürokratischen Strukturen und Organisationsformen geführt. Man kommt sich nicht näher, indem man Mitteln hinterherläuft, die opportunistisch verteilt werden. Auf dem Papier sieht alles sehr gut aus; aber die Wirklichkeit hat mit den guten Intentionen leider nur sehr wenig zu tun.

Die Alternative zu diesen Mängeln wären kleine, selbstregulierende Einheiten, die ohne diese bürokratischen Regulierungen in einen für alle transparenten Wettbewerb eintreten. Erst wenn die Studenten in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern nach einem kurzen, aber zielorientierten Studium mit Eigeninitiativen in den Berufsmarkt eintreten, statt an den Universitäten für ein manchmal Jahrzehnte dauerndes Studium eingeschrieben zu bleiben, hätte sich wirklich Wesentliches verändert. Erst wenn die deutschen Professoren ihren Beamtenstatus (und die damit verbundenen Privilegien einer Lebenszeitanstellung, hoher Sozialleistungen und einer gesicherten Pension) gegen riskante, aber sinnvolle und auch Genugtuung bringende wissenschaftliche Herausforderungen eintauschen würden, hätten wir einen alle überzeugenden Kontext für Kreativität und Kompetenz geschaffen. Schließlich und vor allem aber muß sich die Wissenschaft aus der schützenden Umarmung des Staates lösen und noch mehr als bisher in den Wettbewerb um Ideen und Methoden eintreten. Dann erst wäre in Deutschland ein Umfeld geschaffen, in dem sich Kreativität gegen Selbstzufriedenheit, Redundanz und reine Beschäftigungstherapie durchgesetzt hätte. Die unglaubliche Produktivität, die derzeit für die Beantragung von Forschungsgeldern aufgewendet wird, ist lediglich ein Symptom dafür, daß die Wissenschaft (und die Künste, die sehr ähnlichen Mechanismen unterliegen), noch immer Geiseln der Schriftkultur sind. Wirkliche alternative Mittel und Methoden, wie etwa multimediale Präsentationen oder netzwerkgestützter Wettbewerb um Forschungsgelder, werden weder akzeptiert noch wird dazu ermutigt. Das überrascht und enttäuscht, wissen wir doch, daß wirklicher Wettbewerb in Wissenschaft und Bildung mindestens so wichtig ist wie im Geschäftsleben. Im gegenwärtigen System ist in Deutschland Mißlingen de facto ausgeschlossen, denn es würde dem öffentlichen Ansehen schaden. Es wäre in diesem Zusammenhang vielleicht ganz wichtig, wenn man sich die Folgen vor Augen hielte, die diese Art von Selbsttäuschung in anderen Ländern bewirkt hat.

Unter der protektionistischen Atmosphäre, die im früheren Sowjetblock Wissenschaft, Kunst und Bildung beherrschte, haben Wissenschaftler, Künstler und eminente Universitätsprofessoren höchst qualifizierte Arbeit geleistet, aber diese hatte überhaupt keine Auswirkungen auf die Gesellschaft gehabt. Man zollte ihnen Lob und gewährte ihnen einen besseren Lebensstandard als den Durchschnittsbürgern. Aber in dem Land, das seit jeher die besten Mathematiker und Logiker hervorbringt—die nun alle außerhalb ihres Landes leben und arbeiten—, wurden die Computer nicht auf der Grundlage ihrer theoretischen Arbeit gebaut, sondern als Kopien von Computern, die aus dem Westen illegal eingeschmuggelt waren. Mit der heute üblichen Vermischung von Staatssozialismus und Marktwirtschaft nähert sich Deutschland auf gefährliche Weise jenen Zuständen, die zum Zusammenbruch der osteuropäischen Gesellschaften geführt haben und die man völlig zu Recht wegen ihrer mangelnden Flexibilität und Innovationsangst kritisiert hat. Die Deutschen bezweifeln die offiziellen Inflations-, Arbeitslosenund Kriminalitätsraten, ohne allerdings dabei die Politik der schriftkulturellen Selbsttäuschung, die solche Zahlen hervorbringt, in Frage zu stellen.

Die politischen Führer Deutschlands—gleich welcher Couleur—sind weder verlogen noch unfähig, die Komplexität der heutigen Situation zu erfassen. Der politische Diskurs und die politische Streitkultur haben in Deutschland eine Ebene erreicht, um die es die meisten anderen Länder beneiden. Die politischen Skandale, die die USA für die restliche Welt der Lächerlichkeit preisgeben, sind hier nahezu unbekannt. Was aber fehlt, sind der Mut und die Bereitschaft, jene Wege zu verlassen, die die beispielhafte soziale Tradition Deutschlands markiert haben, die aber inzwischen Holzwege geworden sind. Die Politiker sprechen heute leichtfertig über die Gesellschaft und deren Verpflichtungen gegenüber dem Bürger, aber die Gesellschaft, von der sie reden, gibt es gar nicht mehr. Sie berufen sich auf einen Sozialvertrag, der durch die egoistischen Motivationen der Bürger jenseits der Schriftkultur tatsächlich überholt wurde, ob es uns paßt oder nicht. Deutschland ist in einem Maße auf seine Vergangenheit fixiert, daß niemand auch nur auf den Gedanken kommt, daß die Bewahrung der Tradition in der Zukunft nicht mehr die einzig denkbare Alternative ist, so gut sie auch klingen mag.

Konkreter heißt das, daß man entschiedener von einer Produktions- zu einer Dienstleistungsgesellschaft voranschreiten muß. Der Zugang zur Tradition kann auch durch andere als durch schriftkulturelle Mittel geschaffen werden. Natürlich kann man verstopfte Straßen und Autobahnen dadurch entlasten, daß man neue und größere Straßen baut; auf Dauer würde das aber nicht viel ändern, denn als Folge davon würden die Menschen nur noch mehr Autos kaufen. Die mechanische Mobilität, für die wir einen hohen ökologischen und menschlichen Preis bezahlen müssen, sollte zumindest in Teilen durch den digitalen Zugang und die digitale Verbreitung von Wissen ersetzt werden. Physische Kopräsenz (die die geselligen Deutschen so lieben) könnte teilweise durch virtuelle Präsenz ersetzt werden. Es geht längst nicht mehr um die Menge der verarbeiteten Rohstoffe, sondern um die Menge der freigelegten kognitiven Ressourcen. Auf dem Weg vom denkwürdigen Bauhaus zum neuen Denkhaus der Möglichkeiten zeichnen sich viele Wege ab, um aus der Tradition, die heute vielfach nur als Last erscheint, eine Quelle der Erneuerung zu machen.