Sie fing an zu weinen.
— Fürstin, sagte ich: es ist mir unmöglich, Ihnen zu antworten: erlauben Sie mir, mit Ihrer Tochter unter vier Augen zu sprechen . . .
„Nimmermehr!“ rief sie auf, in der heftigsten Bewegung vom Stuhle aufspringend.
— Wie Sie befehlen, antwortete ich, indem ich mich anschickte fortzugehen.
Sie dachte eine Weile nach, gab mir ein Zeichen mit der Hand zu warten und ging hinaus.
Fünf Minuten vergingen; mein Herz schlug heftig, aber meine Gedanken waren ruhig, mein Kopf kalt; wie sehr ich auch in meiner Brust nach einem Funken Liebe für die liebliche Mary suchte — es war ein vergebliches Mühen.
Da ging die Thür auf und herein trat sie. O Gott, wie war sie verändert seit der Zeit, daß ich sie nicht gesehen hatte, — und wie lange ist das her?
In der Mitte des Zimmers angekommen, schwankte sie; ich eilte hinzu, reichte ihr meinen Arm und führte sie an einen Lehnstuhl.
Ich stand ihr gegenüber. Wir schwiegen lange; ihre großen Augen, mit einem unaussprechlichen Grame erfüllt, schienen in den meinigen etwas zu suchen, was einer Hoffnung ähnlich wäre; ihre bleichen Lippen strengten sich umsonst zu einem Lächeln an; ihre zarten über die Kniee gefalteten Hände waren so mager und durchsichtig, daß sie anfing mir leid zu thun.
— Gnädige Fürstin, sagte ich, Sie wissen also, daß ich mich bloß über Sie lustig gemacht habe? . . . Sie müssen mich verachten.