Auf ihren Wangen zeigte sich ein krankhaftes Roth.

Ich fuhr fort: — Und lieben können Sie mich folglich gar nicht.

Sie wandte sich ab, stützte den Arm auf den Tisch, bedeckte ihre Augen mit der Hand und es wollte mich bedünken, als glänzten Thränen in denselben.

„O mein Gott!“ sprach sie kaum hörbar vor sich hin.

Das fing an unerträglich zu werden: noch eine Minute — und ich hätte zu ihren Füßen gelegen.

— Wohlan, Sie sehen selbst, begann ich mit fester Stimme und einem erzwungenen Lächeln, daß ich Sie nicht heirathen kann. Und wären Sie jetzt dazu wirklich im Stande, Sie würden es sicherlich bald bereuen. Meine Unterhaltung mit Ihrer Frau Mutter zwingt mich zu einer so offenen und groben Erklärung; ich hoffe, es wird Ihnen leicht sein, sie aus ihrem Irrthume zu ziehen. Sie sehen, ich spiele in Ihren Augen die allermiserabelste und häßlichste Rolle, und stelle dies sogar nicht in Abrede; das ist aber auch Alles, was ich für Sie thun kann. Welche schlechte Meinung Sie immer von mir haben können, ich unterwerfe mich ihr . . . Sehen Sie, wie ich vor Ihnen erniedrigt stehe? Nicht wahr, und wenn Sie mich wirklich liebten, von diesem Augenblicke an verachteten Sie mich? . . .

Sie wandte sich zu mir, weiß wie Marmor, nur ihre Augen funkelten wunderbar.

„Ich hasse Sie . . .“ sagte sie.

Ich dankte ihr verbindlichst, verneigte mich ehrerbietig und verließ sie.

Eine Stunde später flog eine Couriertroika bereits mit mir aus Kislowodsk. Einige Werst vor Jesséntukoff erkannte ich in der Nähe des Weges den Leichnam meines edlen Pferdes; der Sattel war, wahrscheinlich von einem vorbeireitenden Kosaken, abgeschnallt, und anstatt des Sattels saßen auf seinem Rücken zwei Raben. Ich seufzte und wandte mich ab.