„Ach, richtig!“ antwortete er schnell: „man sprach mir gestern davon; aber wo ist er?“ — Ich wandte mich nach dem Platze zu und erblickte Maksim Maksimitschen, der aus Leibeskräften herbeieilte . . . In einigen Minuten war er bei uns angelangt; er konnte kaum athmen; der Schweiß rollte ihm hageldick über’s Gesicht; triefende Büschel grauer Haare hingen ihm unter der Mütze hervor und klebten an seiner Stirne fest; seine Kniee bebten . . . er wollte sich Petschorin an den Hals werfen, der ihm indessen ziemlich kalt, jedoch mit einem bewillkommenden Lächeln die Hand reichte. Der Stabskapitain war eine Minute lang wie versteinert, doch ergriff er alsbald die dargebotene Hand begierig mit beiden Händen; sprechen konnte er noch nicht. —
— Wie bin ich erfreut, lieber Maksim Maksimitsch! Nun, wie geht es Ihnen denn? sagte Petschorin.
„Und . . . Du? . . und Sie? . .“ stammelte der Greis mit Thränen in den Augen, „wie viele Jahre . . . wie viele Tage . . . aber wohin geht’s? . .“
— Ich gehe nach Persien — wohl weiter . . .
„Nun doch nicht so auf dem Flecke? . . . Sie verziehen ja wohl ein Weilchen, Verehrtester! . . . Wir werden uns doch nicht gleich wieder trennen müssen? . . . Wie lange haben wir uns nicht gesehen . . .“
— Ich habe Eile, Maksim Maksimitsch, — war die Antwort.
„Mein Gott, mein Gott! aber wohin eilen Sie denn so? Ich hätte Ihnen so viel zu sagen gehabt . . . So viel zu fragen . . . Nun, also? verabschiedet? . . . Wie? Was haben Sie Alles angefangen? . .“
— Mich gelangweilt, erwiederte Petschorin lächelnd.
„Erinnern Sie sich noch Ihres Aufenthaltes in der Festung, he? . . . Eine köstliche Gegend zum Jagen? . . Sie waren damals ein gewaltiger Jagdliebhaber . . . Und Bela?
Petschorin entfärbte sich ein wenig und wandte sich ab.