Ich bemächtigte mich der Papiere und brachte sie schleunigst fort, damit es ihm nicht wieder leid werden möchte, sie mir übergeben zu haben. Nicht lange darnach meldete man uns, daß die Okasija binnen einer Stunde aufbrechen werde; ich befahl anzuspannen. Der Stabskapitain kam in’s Zimmer, als ich mir bereits meine Mütze aufsetzte; er schien sich für die Abreise nicht fertig zu machen und hatte etwas Gezwungenes, Kaltes in seinem Wesen.
— Nun, Maksim Maksimitsch, reisen Sie denn nicht mit?
„Nein.“
— Wie so denn das?
„Ich habe den Kommandanten noch nicht gesehen und habe ihm verschiedene Kronssachen zu übergeben . . .“
— Sie waren ja doch aber bei ihm?
„Das war ich wohl . . .“ sagte er ausweichend, „traf ihn aber nicht zu Hause . . . wartete nicht . . .“
Ich verstand ihn. Der arme Greis hatte, vielleicht zum ersten Male in seinem Leben, die Dienstgeschäfte seinen eigenen Angelegenheiten (um mit der Kanzleisprache zu reden) hintangesetzt, — und wie war er dafür belohnt worden!
— Das thut mir leid, recht leid, Maksim Maksimitsch, sagte ich zu ihm, daß wir uns grade jetzt trennen müssen.
„Was haben wir ungebildeten Alten mit Euch zu schaffen! . . . Die Jugend ist jetzt stolz und dem Genusse der Welt ergeben; mag sein, daß es unter den tscherkessischen Kugeln noch leidlich mit Euch geht . . . aber nachher kehrt Ihr Euch von uns, und schämt Euch wohl gar, einem Freunde die Hand zu reichen.“