— Gelehrt? Niemand; es kommt mir etwas in den Sinn — und ich fange an zu singen; wer es vernehmen soll, der begreift es schon, wer es aber nicht hören soll, der versteht es nicht. —
„Aber wie heißt Du denn, liebe Sirene?“
— Wer mich taufte, der weiß es schon.
„Und wer taufte Dich?“
— Ja, wie soll ich das wissen?
„Ei, Du Geheimnißvolle, Du! Aber siehst Du, etwas habe ich doch von Dir erfahren.“ Sie gab durch keine Veränderung ihrer Züge, durch kein Zucken ihrer Lippen zu erkennen, daß von ihr die Rede war.
„Ich habe also erfahren, daß Du gestern Nacht am Ufer warst.“ Und nun erzählte ich ihr mit vieler Wichtigkeit alles was ich gesehen hatte und hoffte sie in Verlegenheit zu setzen; nicht im Geringsten! Sie fing an aus voller Kehle zu lachen.
— Da haben Sie freilich viel gesehen und wissen doch wenig, und was Sie wissen, das halten Sie ja hübsch unter Schloß und Riegel. —
„Aber wenn es mir nun einmal einfiele, das dem Kommandanten zu hinterbringen?“ sagte ich mit einer sehr wichtigen, ja sogar strengen Miene.
Da sprang sie plötzlich mit einem liedartigen Schrei davon und verbarg sich, gleich einem Vögelchen, das aus einem Busche aufgescheucht worden. — Meine letzten Worte waren durchaus nicht am rechten Orte; damals ahnte ich noch nicht ihre Wichtigkeit, hatte aber in der Folge Gelegenheit sie zu bereuen. —