„Das ist die Fürstin Ligoffska,“ sagte Gruschnitzki, „und die mit ihr ist ihre Tochter Mary, wie sie dieselbe nach englischer Manier nennt. Sie sind erst seit drei Tagen hier.“
— Und doch kennst Du bereits ihre Namen?
„Ja, ich hörte sie zufällig,“ antwortete er erröthend, „ich gestehe ganz offen, ich wünsche gar nicht mit ihnen bekannt zu werden. Diese stolze Aristokratie blickt auf uns Armeeoffiziere wie auf Wilde herab. Und was kann es sie kümmern, ob unter einer nummerirten Feldmütze Verstand liegt und ein Herz unter einem dicken Soldatenmantel?“
— Armer Mantel! sagte ich lächelnd; aber wer ist der Herr, der auf sie zugeht und ihnen so dienstfertig das Glas reicht?
„O! Das ist der Moskauer Stutzer Rajéwitsch! Er ist ein Spieler: das sieht man sogleich an der enormen goldenen Kette, welche sich auf seiner blauen Weste herumschlängelt. Und was für einen dicken Stock er hat — absolut wie Robinson Crusoe; und nun gar diesen Bart und die Coiffüre à la mougik“![29)]
— Du bist ja gegen das ganze Menschengeschlecht erbost.
„Ja, ich habe wohl Ursache . . .“
— O! wirklich?
In diesem Augenblicke verließen die Damen den Brunnen und gingen dicht an uns vorüber. Gruschnitzki war es eben noch gelungen, mit Hülfe seiner Krücke eine dramatische Position anzunehmen, und er antwortete mir laut auf französisch:
„Mon cher, je hais les hommes pour ne pas le mépriser, car autrement la vie serait une farce trop dégoutante.“