„Ich dachte, Sie, tanzten nur aus Nothwendigkeit, wie das vergangene Mal,“ sagte sie holdselig lächelnd.
Sie bemerkt, wie es scheint, die Abwesenheit Gruschnitzki’s durchaus nicht.
— Sie werden morgen angenehm überrascht werden, sagte ich zu ihr:
„Wodurch das?“
— Das ist ein Geheimniß . . . auf dem Balle werden Sie es selbst errathen.
Den übrigen Theil des Abends brachte ich bei der Fürstin zu; Gäste waren nicht da, außer Wära und einem sehr, drolligen alten Männchen. Ich war aufgelegt und improvisirte verschiedene seltsame Geschichten. Die junge Fürstin saß mir gegenüber und hörte meinem Unsinne mit einer so tiefen, gespannten, ja, zärtlichen Aufmerksamkeit zu, daß es mir ordentlich zu Herzen ging. Wohin ist ihre Lebhaftigkeit, ihre Koketterie; wohin ihre Launen, ihre herausfordernde Miene, ihr superbes Lächeln, ihr zerstreuter Blick?
Wära bemerkte alles; auf ihrem krankhaften Gesichte malte sich ein tiefer Kummer; sie saß im Schatten am Fenster, in einen breiten Lehnstuhl begraben . . . Sie that mir leid . . .
Da begann ich die ganze dramatische Geschichte unserer Bekanntschaft, unserer Liebe — versteht sich unter veränderten Namen — zu erzählen. Ich stellte meine Zärtlichkeit, alle meine Bekümmernisse, mein Entzücken so lebhaft dar, ich schilderte ihren Charakter und ihre Schritte in so vortheilhaften Farben, daß sie mir unwillkürlich meine Koketterie mit der Fürstin verzeihen mußte.
Sie stand auf setzte sich zu uns heran und wurde lebhafter. Erst gegen zwei Uhr erinnerten wir uns, daß die Doktoren befehlen, um eilf Uhr schlafen zu gehen.