— Warum wollen Sie denn jetzt das nicht mehr anhören, wozu Sie mir noch unlängst ein geneigtes Gehör schenkten? . . .

„Weil ich Wiederholungen nicht liebe,“ antwortete sie mit einem feinen Lächeln.

— O, wie bitter habe ich mich getäuscht! Ich wähnte, daß diese Epauletten mir wenigstens das Recht verliehen, zu hoffen . . . Nein, es wäre mir besser gewesen ewig in jenem verachteten Soldatenmantel zu verbleiben, welchem ich vielleicht Ihre Auszeichnung einzig und allein verdankte . . .

„In der That, der Mantel stand Ihnen sehr gut . . .“

In diesem Augenblicke trat ich hervor und machte der Fürstin eine Verbeugung; sie erröthete leicht und sagte rasch:

„Nicht wahr, Monsieur Petschorin, der graue Mantel steht Monsieur Gruschnitzki bei weitem besser? . . .“

— Ich bin nicht Ihrer Meinung, gnädige Fürstin, erwiederte ich, in der Uniform sieht er noch viel jugendlicher aus.

Gruschnitzki hielt diesen letzten Schlag nicht aus. „Wie alle Knaben, hat auch er die Prätension ein reifer Mann zu sein; er glaubt, daß auf seinem Gesichte die tiefen Spuren der Leidenschaften den Stempel der Jahre ersetzen.“ Er warf mir einen wüthenden Blick zu, stampfte mit dem Fuße und entfernte sich.

— Gestehen Sie, gnädige Fürstin, sagte ich zu ihr, daß, obgleich er immer höchst lächerlich war, er Ihnen doch jüngst noch interessant schien . . . im grauen Mantel? . . .

Sie schlug die Augen nieder und schwieg.