— Ich habe die Nacht nicht geschlafen.

„Ich auch nicht . . . Ich beschuldigte Sie . . . vielleicht . . . mit Unrecht? — Aber so erklären Sie sich, ich kann Ihnen alles verzeihen . . .“

— Alles?

„Alles . . . aber sagen Sie die Wahrheit, und schnell . . . Sehen Sie, ich habe hin und hergedacht, und mich bemüht, mir Ihr Betragen zu erklären, es zu entschuldigen; vielleicht fürchten Sie Hindernisse von Seiten meiner Familie . . . Das will nichts sagen: besonders wenn Sie erst wissen, — (ihre Stimme fing an zu zittern) ich will sie schon erbitten. Oder sollte Ihre eigene Lage? O, so wissen Sie, daß ich Alles, Alles für den zu opfern bereit bin, den ich liebe . . . O, antworten Sie schnell, — haben Sie Mitleid . . . Nicht wahr, Sie verachten mich nicht?“

Sie ergriff meine Hand.

Ihre Mutter ging mit Wära’s Gemahl voran und sah von allem nichts; allein wir wurden von den spazierengehenden Kranken, den allerneugierigsten Klätschern aller Neugierigen, gesehen, und so befreite ich meine Hand schnell von ihrem leidenschaftlichen Drucke.

— Ich werde Ihnen die ganze Wahrheit sagen,“ erwiederte ich der Fürstin; ich werde meine Schritte weder entschuldigen, noch erklären: Ich liebe Sie nicht.“

Ihre Lippen erbleichten.

„Verlassen Sie mich, sagte sie kaum hörbar.

Ich zuckte die Achseln, wandte mich um und ging fort.