5. Zeichen von kirchlichen Dingen.
§ 26 (53 ff.). * 254. Fällt während der Predigt (Einige beschränken es auf die Predigt zur Weihnachtsmesse, vgl. [36]) ein in die Höhe geschlagenes Sitzbret in einem Männerstuhl nieder, so ist die nächste Leiche ein Mann u. s. w. (Ehrenfriedersdorf, Elterlein). — * 255. Wenn die Chorknaben, die mit dem Crucifix zu einer Leiche gehen, zufällig vor einem Hause stehen bleiben, so stirbt bald Jemand aus diesem Hause (Lauter), vgl. [226] u. [530].
256. Wenn es auf zwei Thürmen zugleich schlägt, so bricht Feuer aus (Raschau). — † 257. Wenn die Glocken von selbst sich bewegen und klingen, so bricht Feuer aus (Raschau), vgl. [37].
* 258. Wenn das Kind vor der Taufe niest, so wird es klug (Scheibenberg), vgl. [482]. — * 259. Schreit das Kind bei der Taufe, so stirbt es im ersten Jahre (Marienberg) oder sein Schicksal ist wenigstens kein gutes (Stollberg), schreit es dagegen während der Zeit, wo es der Pfarrer auf dem Arme hält, so wird es reich (Marienberg). — 260. Wenn es während der Taufe auf dem Thurme schlägt, so stirbt das Kind bald (Lauter).
261. Wenn bei der Trauung der Ring herunterfällt, so giebt es eine unglückliche Ehe (Elterlein), vgl. [280], [397] u. [515]. — † 262. Wenn bei der Trauung, sowie überhaupt während der Hochzeit etwas verloren geht oder zerbricht, so hat das Paar kein Glück (Raschau, Schneeberg). — * 263. Wenn die Braut das Schnupftuch verliert, so bedeutet dies Unglück (Lauter).
264. Ein Kommunikant, bei welchem der Kelch von neuem gefüllt wird, steht bald Gevatter (Zwickau). — * 265. Wenn es Sonntags unter die Kirchleute regnet, regnet es die ganze Woche (Schneeberg).
6. Bei dem Menschen selbst, dem die Zeichen gelten.
a. Leibliche Zeichen.
§ 27 (57 ff.). † 266. Wenn das Auge juckt, so bekommt man Besuch (Raschau). — * 267. Wenn das Ohr klingt, so denkt Jemand an einen (Zwickau). Oder: Wenn das rechte Ohr klingt, bedeutet es gute Nachrede, wenn das linke, das Gegentheil (allg.); denkt man dabei: „der oder der redet Schlimmes von mir“, so hört das Klingen sofort auf, wenn man richtig gerathen (Annaberg).
† 268. Wenn man des Morgens nüchtern dreimal niest, so bekommt man den Tag über ein Geschenk (Annaberg, Sosa) oder erfährt eine Neuigkeit (Zwickau). — † 269. „Nüchterne Nieß, setzt Geld oder Stieß“, d. i. Stöße (Zwickau). — 270. Schlucken bedeutet, daß man in demselben Augenblick verlästert werde (Raschau).