462. Reichen Ertrag an Butter und Milch empfängt man, wenn man die Kühe Weihnacht und Fastnacht mit besonderem Futter füttert ([16] u. [76]) oder in der Fastnacht buttert ([136]). — † 463. Wenn eine Kuh gekalbt hat, so gebe man ihr Butterbrod, mit Kreide und Safran bestrichen (Raschau), oder süße Mandeln (Sosa), dann giebt sie gute Milch. Den Ziegen gebe man zu demselben Zweck Rosinen und Mandeln (Raschau). — 464. Das Vieh überhaupt erhält man durch die erwähnten Fütterungen an Weihnacht und Fastnacht stark und kräftig, ferner durch Austreiben an bestimmten Tagen ([3]), sowie durch Befolgung der bei Walpurgis und bei dem erstmaligen Austreiben ([130 ff.] u. [137 ff.]) angegebenen Vorsichtsmaßregeln. Bezüglich der Kälber ist [180], bezüglich der Hühner [79] zu vergleichen. Ueberhaupt vgl. [§ 40] und [41] und was daselbst in Hinsicht auf Hausthiere gesagt ist, denn, wenn dem Schaden vorgebeugt wird, so befördert man den Nutzen.

465. Die Obstbäume tragen reichlich, wenn man sie zu Weihnachten mit Strohbändern oder Tüchern umwindet ([19]), oder zu Fastnacht mit Strohkränzen behängt ([81]). Vgl. auch [330].

466. Die Fruchtbarkeit des Feldes wird erhöht, wenn man zu Ostern vor Sonnenaufgang Asche darauf fährt ([97]), namentlich gedeiht Klee, wenn es am Charfreitag ([127]) oder am letzten Freitag im Monde Vormittags geschieht; thut man es Nachmittags, so wachsen viel Wicken ([178]). — * 467. Wenn man das zum Säen bestimmte Getreide mißt, so messe man gehauft, man bekommt es in der Ernte reichlich wieder (Raschau, Geier). Vgl. auch [86]: Aschermittwoch. — 468. Das Säen ist erfolgreicher Vormittags, als Nachmittags, ebenso das Kartoffellegen ([1], [2] u. [193]). Das Getreide säe und die Rüben stecke man bei abnehmendem Monde ([176]), zum Weizensäen wähle man Mittwoch oder Sonnabend ([4]), besonders die Zeit vor Sonnenaufgang zu Ostern ([107]), zum Kartoffellegen den Gründonnerstag ([108]). — 469. Wenn man Erdäpfel gelegt hat, so setze man sich erst ein wenig an den Rand des Ackers nieder, damit die Kartoffeln mit ausruhen, dann tragen sie reichlicher (Raschau, Geier). — 470. Der Hafer gedeiht, wenn man die Pferde am Weihnachts-Heiligenabend in die Röhre sehen läßt ([17]). — 471. Das Gedeihen des Flachses hat man namentlich Fastnacht, Walpurgis und am Johannistage durch mancherlei Maßregeln ([83], [84], [135] u. [153]) zu befördern.

472. Schönes Wetter bekommt man, wenn bei Tische Alles rein aufgegessen wird ([237]). — 473. Den Vorsprung vor anderem Fuhrwerk ermöglicht man durch Deichsel und Gabel von Eschenholz ([335]). — 474. Ein sicherer Schütze wird man durch besonders zubereitetes Schießpulver ([116]).

4. Der schützende Zauber in Beziehung auf den einzelnen Menschen.

§ 44 (337 ff.). Wir fassen unter dieser Ueberschrift das zusammen, was der Aberglaube namentlich in Bezug auf Geburt, Ehe und Tod aufgestellt hat.

a. Geburt, Taufe, Erziehung.

Die Geburt und Alles, was damit in Zusammenhang steht, ist vielfach mit abergläubischen Anzeichen, mit allerlei Verhütungsmaßregeln und mit Glück bringendem Zauber ausgestattet worden. Vgl. [§ 98].

Vor der Geburt. * 475. Eine schwangere Frau soll nicht essend vor dem Brodschrank stehen, sonst bekommt ihr Kind Mitesser (Zwickau), vgl. [274] u. [397]. Vgl. auch [218] u. [306].

Geburt. 476. Die Zukunft des Kindes wird durch das Himmelszeichen, unter dem es geboren, bestimmt, vgl. [172], [173] u. [175].