—Ich auch ... aber ich musste doch etwas thun. Stellen Sie sich vor, dass ich kein Geld hatte, keins erhielt, und von Tag zu Tag fürchtete, Hungers zu sterben, was denn auch nahe genug gewesen ist. Ich hatte wenig oder keine Verbindungen auf Padang, und obendrein, ich hatte dem General geschrieben, dass er verantwortlich wäre, wenn ich in Elend umkäme, und dass ich von niemandem Hülfe annehmen würde. In den Binnenlanden waren Leute, die, als sie hörten, wie es mit mir bestellt war, mich zu ihnen zu kommen nötigten, doch der General verbot, dass man mir einen Pass dahin ausfertigte. Nach Java konnte ich auch nicht verziehen. Überall anderswo hätte ich mich retten können und vielleicht auch da, wenn man nicht so in Furcht vor dem mächtigen General gewesen wäre. Es schien sein Plan, mich verhungern zu lassen. Das hat neun Monate gedauert!
—Und wie haben Sie sich so lange am Leben erhalten? Oder hatte der General viel Truthühner?
—O ja! Aber das half mir nichts ... So etwas thut man nur einmal, nicht wahr? Was ich während dieser Zeit anfing? Ach ... ich machte Verse, schrieb Komödien ... und dergleichen mehr.
—Und war dafür Reis zu haben auf Padang?
—Nein, doch den habe ich auch nicht dafür verlangt. Ich sage lieber nicht, wie ich gelebt habe.
Tine drückte ihm die Hand: sie wusste es.
—Ich habe ein paar Zeilen gelesen, die Sie in diesen Tagen geschrieben haben sollen, sagte Verbrugge; sie standen auf der Rückseite einer Quittung.
—Ich weiss, was Sie meinen. Diese Zeilen kennzeichnen meine Lage. Es bestand in den Tagen eine Zeitschrift »De Kopiist«, auf die ich eingezeichnet war. Sie stand unter den Auspizien der Regierung—der Redakteur war Beamter beim Allgemeinen Sekretariat—und darum wurden die Subskriptionsgelder in Landes Kasse gestürzt. Man präsentierte mir eine Quittung von zwanzig Gulden. Da nun dies Geld den Geschäftsbereich des Gouverneurs anging, und also die Quittung, wenn sie unbezahlt blieb, des Gouverneurs Bureaux zu passieren hatte, um nach Batavia zurückgeschickt zu werden, so benutzte ich diese Gelegenheit, auf der Rückseite also gegen meine Armut zu protestieren:
Vingt florins ... quel trésor! Adieu, littérature,
Adieu, Copiste, adieu! Trop malheureux destin: