Zweites Stadium: Ermattung. Furcht. Mutlosigkeit. Neigung zu Schlaf und Ruhe. Übermässiges Vertrauen auf den Rat von Indien. Abhängigkeit vom Allgemeinen Sekretariat. Heimweh nach einem holländischen Landsitz.

Zwischen diesen beiden Stadien, als Übergang—vielleicht gar als Ursache dieses Übergangs—liegen dysenterische Bauchbeschwerden.

Ich vertraue, dass viele in Indien mir dankbar sein werden für diese Diagnose. Sie ist nutzbar zu verwerten, denn man kann als sicher annehmen, dass der Kranke, der durch Überspannung in der ersten Periode an einer Mücke ersticken würde, später—nach der Bauchkrankheit!—sonder Beschwer Kamele vertragen wird. Oder, um deutlicher zu reden, dass ein Beamter, der »Geschenke annimmt, nicht in der Absicht sich zu bereichern«—z. B. einen Büschel Bananen im Werte einiger Heller—mit Schmach und Schande wird fortgejagt werden in der ersten Periode der Krankheit, dass aber jemand, der die Geduld hat, den letzten Zeitabschnitt abzuwarten, sehr ruhig und ohne irgend welche Furcht vor Strafe sich zum Herrn des Gartens wird machen können, wo die Bananen wachsen, mit den Gärten, die daran liegen ... zum Herrn der Häuser, die in der Nachbarschaft liegen ... zum Herrn dessen, was in diesen Häusern ist ... und zum Herrn des einen und andern mehr, ad libitum.

Jeder benutze diesen pathologisch-philosophischen Hinweis zu seinem Vorteil und halte meinen Rat geheim, um allzugrosser Mitbewerbung vorzubeugen ...


Verflucht, dass Entrüstung und Betrübtheit so oft sich kleiden müssen in das Schelmenkleid der Satire! Verflucht, dass eine Thräne, um begriffen zu werden, von Grinsen begleitet sein muss! Oder liegt die Schuld an meiner Ungeschicktheit, dass ich, um ein Mass für die Tiefe der Wunde zu finden, die krebsartig an unserer Staatsverwaltung frisst, keine Worte finde, ohne meinen Stil bei Figaro oder Polichinel zu suchen?

Stil ... ja! Da vor mir liegen Schriftstücke, worin Stil ist! Stil, der verriet, dass ein Mensch in der Nähe war, ein Mensch, dem die Hand zu reichen der Mühe wert gewesen wäre! Und was hat dieser Stil dem armen Havelaar geholfen? Er übersetzte seine Thränen nicht in Gegrinse, er spottete nicht, er suchte nicht durch grelle Buntheit der Farben zu fesseln oder durch die tollen Spässe des Ausrufers vor der Jahrmarktsbude ... was hat es ihm geholfen?

Könnte ich schreiben wie er, ich würde anders schreiben als er.

Stil? Habt ihr gehört, wie er zu den Häuptlingen sprach? Was hat es ihm geholfen?

Könnte ich reden wie er, ich würde anders reden als er.