Aber der Baleh-baleh war, wie das Haus, eingestürzt und beinahe zu Staub vergangen. Er nahm eine Handvoll davon, drückte ihn an seine geöffneten Lippen und atmete sehr tief ...

Tags darauf fragte er die alte Frau, die ihn gepflegt hatte, wo der Reisblock sei, der auf dem Erbe von Adindas Haus gestanden hätte. Die Frau war erfreut, dass sie ihn reden hörte, und lief im Dorfe herum, um den Block zu suchen. Als sie Saïdjah den neuen Eigner bezeichnen konnte, folgte er ihr schweigend, und beim Reisblocke angelangt, zählte er an ihm zweiunddreissig Kerbschnitte ...

Darauf gab er der Frau so viele spanische Dollars, wie zum Kauf eines Büffels erforderlich waren, und verliess Badur. In Tjilangkahan kaufte er einen Fischerewer und erreichte damit nach einigen Tagen Segelns die Lampongsche Küste, wo die Aufständischen sich gegen die Niederländische Herrschaft empörten. Er schloss sich einem Trupp von Bantamern an, weniger um des Kampfes willen, als um Adinda zu suchen. Denn er war sanftmütig von Art und eher Betrübtheit zugänglich als Bitterkeit.

Eines Tages, als die Aufständischen aufs neue geschlagen waren, schweifte er suchend in einem Dorf umher, das eben durch das Niederländische Heer erobert war und also in Flammen stand. Saïdjah wusste, dass der Haufe, der dort vernichtet worden war, grossenteils aus Leuten von Bantam bestanden hatte. Wie ein Spuk irrte er unter den Häusern umher, die noch nicht ganz verbrannt waren, und fand den Leichnam von Adindas Vater, mit einer Klewang-Bajonettwunde in der Brust. Neben ihm fand Saïdjah Adindas drei Brüder ermordet liegen, Jünglinge, beinahe Kinder noch, und ein wenig weiter lag der Leichnam Adindas, nackt, abscheulich misshandelt ...

Es war ein schmaler Streifen blauer Leinwand in die klaffende Brustwunde eingedrungen, die langer, verzweifelter Abwehr ein Ende gemacht zu haben schien ...

Da stürzte sich Saïdjah einigen Soldaten entgegen, die mit gefälltem Gewehr die noch lebenden Aufständischen in das Feuer der brennenden Häuser trieben. Er umfasste die breiten Säbelbajonette, schob sich mit Allgewalt vorwärts und drängte noch mit einem letzten grossen Kraftaufwand die Soldaten zurück, indem die Säbelknäufe ihm bis gegen die Brust vordrangen ...

Und um Geringes später war da in Batavia gross Gejubel über den neuen Sieg, der wieder so viele Lorbeeren zu den alten Lorbeeren der Niederländisch-Indischen Armee gefügt hatte. Und der Landvogt schrieb heim ins Mutterland, dass die Ruhe in den Lampongs wiederhergestellt sei. Und der König von Niederland, erleuchtet durch seine Staatsdiener, belohnte wiederum soviel Heldenmut mit vielen Ritterkreuzen.

Und wahrscheinlich stiegen da aus den Herzen der Frommen, in der Sonntagskirche oder in der Betstunde, Dankgebete gen Himmel, als man vernahm, dass »der Herr der Heerscharen« wieder einmal mitgestritten hatte unter dem Banner der Niederlande ...

„Doch Gott, der alles Weh ersicht,

Erhörte dieses Tages Opfer nicht.“