—Nein, die eingeschlummert waren durch den verfluchten offiziellen Schlendrian, der seinen Stil sucht in »ich habe die Ehre« und die Ruhe seines Gewissens in der »hohen Zufriedenheit der Regierung«. Nein, Verbrugge! lästern Sie nicht sich selbst! Sie brauchen von mir nichts zu lernen. Habe ich Ihnen zum Beispiel heute morgen in der Sebah etwas Neues erzählt?
—Nein, Neues nichts, doch Sie sprachen anders als andere ...
—Ja, das kommt daher ... dass meine Erziehung etwas verwahrlost ist: ich rede frei von der Leber. Aber Sie sollten mir sagen, warum Sie so still geschwiegen haben zu allem, was Verkehrtes geschah in Lebak.
—Ich habe noch nie so die Empfindung gehabt von einer Initiative. Überdies, alles das ist immer so gewesen in dieser Gegend.
—Ja, ja, das weiss ich wohl! Es kann nicht jeder ein Prophet oder Apostel sein, das Holz würde teuer werden durchs Kreuzigen! Aber Sie wollen mir doch wohl helfen, alles ins rechte Lot zu bringen? Sie wollen doch wohl Ihre Pflicht thun?
—Gewiss! Vor allem unter Ihnen. Doch nicht jeder würde das so streng fordern, noch es selbst gut aufnehmen, und dann kommt man so leicht in die Position jemandes, der gegen Windmühlen kämpft.
—Nein! Dann sagen die, die das Unrecht lieben, weil sie davon leben, dass es kein Unrecht gäbe, um das Vergnügen zu haben, Sie und mich zu Don Quixotes machen zu können und zugleich ihre Windmühlen in Drehung zu erhalten. Doch, Verbrugge, Sie hätten nicht auf mich warten brauchen, um Ihre Pflicht zu thun! M’nheer Slotering war ein tüchtiger und ehrlicher Mann: er wusste, was da vorging, er missbilligte es und setzte sich dagegen zur Wehr ... sehen Sie hier!
Havelaar nahm aus einem Portefeuille zwei Bogen Papier, und sie Verbrugge hinhaltend, sagte er:
—Wessen Hand ist dies?
—Das ist die Hand M’nheer Sloterings.