Dort liegt ein rotblühender Garten

Im stillen Mondenschein;

Die Lotosblumen erwarten

Ihr trautes Schwesterlein.

Die Veilchen kichern und kosen,

Und schaun nach den Sternen empor;

Heimlich erzählen die Rosen

Sich duftende Märchen ins Ohr.

Was würden Sie in diesem Garten bei Mondenschein mit Marie anstellen wollen, Stern? Ist das sittlich, ist das in der Ordnung, ist das anständig? Wollen Sie, dass ich beschämt dastehe, so wie Busselinck & Waterman, mit denen kein anständiges Handelshaus etwas zu thun haben will, weil ihre Tochter weggelaufen ist, und weil es niederträchtige Pfuscher sind? Was sollte ich wohl zur Antwort geben, wenn man mich auf der Börse fragte, warum meine Tochter so lange in dem roten Garten geblieben ist? Denn das begreifen Sie doch, dass niemand mir glauben würde, wenn ich sagte, dass sie dahin müsste, um den Lotosblumen einen Besuch abzustatten, die, wie Sie sagen, sie schon lange erwarteten. Ebenso würde jeder verständige Mensch mich auslachen, wenn ich so albern wäre, zu sagen: Marie ist da in dem roten Garten—warum rot und nicht gelb oder lila?—um zu horchen auf das Quasseln und Quatschen der Veilchen oder auf die Märchen, die die Rosen sich heimlich ins Ohr blasen. Könnte so was auch wahr sein, was hätte Marie davon, wenn es doch so heimlich geschähe, dass sie nichts davon verstehen könnte? Doch Lügen sind das eben, faule Lügen! Und hässlich sind sie auch noch dazu, denn nehmen Sie doch mal einen Bleistift und zeichnen eine Rose mit einem Ohr, und sehen Sie sich mal an, wie das aussieht! Und was bedeutet das, dass diese »Märchen« so »duftend« sind? Soll ich es Ihnen mal sagen in der Sprache, die man im gewöhnlichen Leben spricht? Das will sagen ... na, noch gelinde gesagt ... dass ein Lüftchen von diesen albernen Märchen ausgeht ... da haben Sie’s!

Es hüpfen herbei und lauschen