„Sie sagten etwas, lieber Pschorr? Und ich vergesse den Meister über sein Werk! Aber mir versinkt die Welt, wenn ich Goethes eigne Stimme höre!“
Sie stiegen zur Rückfahrt in den Bahnwagen. Die Pomke sprach nichts, Abnossah brütete stumm. Hinter Halle a. S. schmiß er das Köfferchen mit dem Kehlkopf Goethes aus dem Fenster vor die Räder eines aus entgegengesetzter Richtung heranbrausenden Zuges. Die Pomke schrie laut auf:
„Was haben Sie getan?“
„Geliebt,“ seufzte Pschorr, „und bald auch gelebet — und meinen siegreichen Nebenbuhler, Goethes Kehlkopf, zu Schanden gemacht.“
Blutrot wurde da die Pomke und warf sich lachend und heftig in die sich fest um sie schlingenden Arme Abnossahs. In diesem Moment erschien der Schaffner und forderte die Fahrkarten.
„Gott! Nossah!“ murmelte die Pomke, „du mußt, du mußt mir einen neuen Kehlkopf Goethes verschaffen, du mußt — sonst —“
„Kein Sonst! Après les noces, meine Taube!“
*
Prof. Dr. Abnossah Pschorr
Anna Pschorr geb. Pomke
Vermählte
z. Zt. Weimar im „Elephanten“.