»Nein, das ist zum Tollwerden! Hier sieht es ja genau so aus, wie bei Porochontzews oder bei Darjanows oder beim Postmeister, – mit einem Wort, wie überall, vielleicht etwas besser. Die Uhr auf dem Kamin, diese Armleuchter, und da steht das Klavier … Nein, das darf unmöglich so bleiben, um dieser Kleinigkeiten willen will ich nicht die Verachtung der modernen Männer auf mich laden. Ich weiß, wie man moderne Männer der Tat aufnimmt! Ja, aber, wo soll ich hin mit all dem Kram? Soll ich alles hinauswerfen? Das wäre doch zu schade. Die Sachen werden verderben, sie haben Geld gekostet. Und was nützt es, sie hinauszuwerfen, wenn ringsherum … Im Schlafzimmer zum Beispiel die Spitzengardinen … Na ja, ins Schlafzimmer werden die Gäste ja nicht hineinschauen … Ich bringe nur meines Mannes Zimmer in Ordnung!«

Und damit rief die junge Beamtenfrau ihre Dienstboten und ließ sie sofort alles ihrer Meinung nach Überflüssige aus dem Arbeitszimmer ihres Gatten auf den Speicher bringen, so daß nichts weiter übrigblieb als ein Tisch, ein Stuhl und zwei Sofas.

»Ausgezeichnet,« dachte die Biziukina. »Wenigstens ein Zimmer im Hause, das anständig aussieht.«

Sie machte noch zwei große Tintenflecke auf den Schreibtisch und stieß den Spucknapf in der Ecke um, so daß der Sand sich über den Fußboden streute. Aber o Himmel, als sie wieder in den Saal zurückkehrte, bemerkte sie, daß sie das Allerärgste fast übersehen hätte: an der Wand hing ein Heiligenbild!

»Jermoschka! Jermoschka! Schaff sofort dies Heiligenbild hinaus … ich will es in die Kommode legen!«

Das Bild wurde fortgeschafft und die besorgte Hausfrau begab sich in ihr Boudoir, öffnete einen großen Nußbaumschrank, wählte aus ihrer reichhaltigen Garderobe die allerschlechtesten Stücke, rief ihr Dienstmädchen und ließ sich ankleiden.

»Marfa, du liebst die Herrschaften wohl gar nicht?«

»Warum sollte ich sie nicht lieben?«

»Warum solltest du nicht? Nun so, ganz einfach! Wofür sollst du sie denn lieben?«