Kaum hatte er sich umgewandt, so sah er auch schon, daß der Propst ihn scharf ins Auge gefaßt hatte, und sobald er bemerkte, daß der Diakon unter der Wirkung dieses strengen Blickes verlegen zu werden begann, wandte er sich an die Gäste und sagte mit ganz ruhiger Stimme:

»Die Inschriften, die Sie hier sehen, habe ich nicht selbst ausgedacht. Der Konsistorialsekretär Afanasij Iwanowitsch hat sie mir empfohlen. Auf einem Abendspaziergang kamen wir beim Goldschmied vorbei, und da meinte Afanasij Iwanowitsch: Wißt Ihr, Vater Propst, was für ein Gedanke mir gekommen ist? Ihr solltet Inschriften auf die Stäbe setzen. Für Euch ›der Stecken Aarons‹ und für den Vater Zacharia – eben jene, die jetzt dasteht.«

»Und du, Vater Diakon,« fuhr der Propst fort, »ich wollte auch etwas von deinem Stabe sagen, wie du mich gebeten hattest, aber ich bin der Meinung, es wäre am besten, du trügest den Stab überhaupt nicht, denn er kommt deinem Amte nicht zu.«

Und damit schritt der Propst in aller Seelenruhe nach der Stubenecke, in welcher der berühmte Stab des Achilla stand, nahm ihn und schloß ihn in den Kleiderschrank ein.

Dieses war der größte Zwist, der sich je in der Stargoroder Pfarrei abgespielt hatte.

Wie es heißt, daß durch ein Dreierlicht einst ganz Moskau in Flammen aufgegangen ist, so entstand auch daraus bald eine ganze Geschichte, welche die verschiedensten Charakterschwächen und Vorzüge Sawelijs und Achillas an den Tag brachte.

Der Diakon kannte diese Geschichte am besten, erzählte sie aber nur in Augenblicken äußerster Erregung.


Drittes Kapitel.