Elftes Kapitel.
Termosesow gab seinen Brief auf und ging dann sofort zur Frau Postmeisterin. Die Begrüßung war sehr freundschaftlich. Er küßte ihre Hand, sie gab ihm einen Schmatz auf die Stirn und dankte ihm für die Ehre seines Besuchs.
»O bitte, ich muß Ihnen danken,« erwiderte Termosesow. »Es war ja so entsetzlich langweilig. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich immer mit Angst und Grauen denken mußte: wo bin ich? unter was für Leuten?«
»Ja, ich sagte schon gestern zu meinen Töchtern: Unser Petersburger Gast muß sich wohl köstlich amüsieren.«
»Ach, gar zu schlimm wollen wir es auch nicht machen. Ich diene ja nicht um des Mammons willen, sondern um das Land kennen zu lernen.«
»Dann finden Sie bei uns eine Unmenge Beobachtungsstoff.«
»Ganz recht – Beobachtungsstoff! Aber da hab' ich Ihnen mit Ihrer Erlaubnis die Bilder mitgebracht, von denen wir gestern sprachen. Gestatten Sie mir, sie aufzuhängen.«
Die Postmeisterin wußte gar nicht, wie sie ihm danken sollte.
»Ich will mich mit Vergnügen dieser Arbeit unterziehen, bis Ihre Fräulein Töchter erscheinen … Ich darf doch hoffen, sie zu sehen?«
Die Postmeisterin erwiderte, die Mädchen seien noch nicht angezogen, da sie in der Wirtschaft zu tun hätten, kämen aber trotzdem bald.