»Ach, ich bitte Sie darum, ich bitte sehr!« flehte Termosesow, und als die geschmeichelte Hausfrau das Zimmer verlassen hatte, begann er die Kaiserbildnisse an der Wand zu befestigen. Die Nägel dazu hatte er mitgebracht.
Die Toilette der jungen Damen nahm fast eine Stunde in Anspruch, und in dieser ganzen Zeit ließ sich auch die Postmeisterin nicht sehen.
»Das ist ein gutes Zeichen!« dachte Termosesow. »Gewiß studiert sie mein Opus.«
Endlich erschienen die Töchter in Begleitung ihrer Mutter. Termosesow maß die Postmeisterin mit einem schnellen, durchdringenden Blick. Sie strahlte vor Wonne und Begeisterung.
»Das Fischlein hat angebissen!« schloß er und verzehnfachte seine Liebenswürdigkeit. Um aber seiner Sache ganz sicher zu sein, fing er wieder von Literatur und von seinen Reiseskizzen an zu reden.
»Porträts! Um Gottes willen mehr Porträts! Mehr Naturstudien!« bat die Postmeisterin.
»Ja, eigentlich habe ich schon die ganze hiesige Gesellschaft porträtiert und – entschuldigen Sie – auch Ihrer und Ihrer Fräulein Töchter Erwähnung getan … Wissen Sie, so ganz flüchtig … Wenn ich meinen Brief zurückbekommen könnte, den ich eben aufgegeben habe …«
»Ach nein, wozu denn?« rief die Postmeisterin errötend.
»Angebissen, angebissen!« frohlockte Termosesow, und bestand darauf, den Damen vorzulesen, was er über sie geschrieben hatte. Eine Zeitlang hörte man im Zimmer nichts als: »Ach, wozu denn lesen, wir glauben Ihnen auch so!« und: »Ja, warum denn nicht lesen? Wodurch habe ich denn so großes Zutrauen verdient?«