Termosesows Einwände wirkten zu verführerisch auf die Neugier der Mädchen. Bald erbot sich die eine, bald die andere, ins Bureau zum Vater zu laufen und den interessanten Brief des Gastes zu bringen.

Vergebens suchte die Mutter sie durch Worte und Zeichen zurückzuhalten, die Mädchen verstanden sie nicht und gaben keine Ruhe. Termosesow dagegen hatte alles ausgezeichnet verstanden: der Brief befand sich in den Händen der Hausfrau, es galt jetzt nur noch, sie zur Rückgabe zu zwingen und sie dadurch selbst völlig in die Hände zu bekommen.

Ohne viel Bedenken sprang Termosesow von seinem Platz auf und stürzte diensteifrig, der Zurufe der Damen, die ihn zurückhalten wollten, nicht achtend, nach dem Postbureau: er sei, rief er, selbst nicht mehr imstande, sich den Genuß zu versagen, den Damen die bescheidene Darstellung seiner tiefen Bewunderung für sie vorzutragen.

Keine Bitten konnten ihn bewegen, von seinem Vorhaben abzustehen. – Aber auf dem Bureau war kein Brief zu finden.


Zwölftes Kapitel.

Termosesow machte ein sehr verlegenes Gesicht, als er zu den Damen zurückkehrte. Ihre Verwirrung aber war noch viel größer. Die Mädchen sprangen auf und liefen hinaus, um ihre Tränen zu verbergen, die infolge der ihnen von der Mutter gehaltenen Pauke reichlich flossen. Die Postmeisterin selbst blieb als Opferlamm im Salon.

Termosesow stellte sich schweigend vor sie hin und lächelte.