»Ach richtig! Ich hatte versprochen, heute einen Ausflug mit ihr zu machen! Wie konnte ich das nur vergessen!« sagte Termosesow und entfernte sich mit dem Boten.
Er traf die Postmeisterin im Salon allein. Sie drückte ihm die Hand, schloß die Tür und nahm schweigend einen Brief aus der Tasche, welchen sie ihm reichte.
»Lesen Sie, es stört uns hier niemand.«
Termosesow las den Brief, in dem sich Bornowolokow bei seiner Petersburger Kusine Nina bitter über sein Geschick beklagte, welches ihn in Moskau mit Termosesow zusammengeführt hatte. Er nannte ihn einen »ausgemachten Lumpen und Halunken« und bat die Kusine, »mit allen Mitteln und unter Heranziehung all ihrer ausgezeichneten Verbindungen darauf hinzuwirken, daß dieser gemeine Kerl eine gute Stelle in Polen oder in Petersburg erhalte, sonst könne er, weil er über alle alten Dummheiten unterrichtet sei, das entsetzlichste Unheil anstiften.«
»Haben Sie Ihren Freund nun erkannt?« fragte die Postmeisterin.
»Das hätte ich nicht erwartet! Gott strafe mich, – das nicht!« sagte Termosesow, indem er seinen Kopf schüttelte und seufzte.
»Behalten Sie den Brief und vernichten Sie ihn,« sagte die Postmeisterin.
»Vernichten? Warum? Nein, ich vernichte ihn nicht! Mag er an seine Adresse gelangen, – aber eine Abschrift möchte ich haben. Gestatten Sie mir, sie zu nehmen.«
Termosesow hatte sofort begriffen, daß der Brief für seine Ehre zwar wenig schmeichelhaft war, aber sehr vorteilhaft, weil man ihm angesichts seiner Gefährlichkeit ganz sicher eine sehr gute Anstellung verschaffen würde.