»Was kann ich gegen meine Natur? Jemand, der meine Freundschaft mit Bornowolokow genau beobachtet hatte, sagte mir einmal: ›Paß auf, Ismail Petrowitsch, du bist zu leichtgläubig! Baue nicht zu sehr auf diese hinterlistige Freundschaft! Bornowolokow zeigt hinter deinem Rücken ein ganz anderes Gesicht, als du zu sehen gewohnt bist!‹ … Aber ich kann nicht anders – ich muß ihm glauben!«
»Warum tun Sie es?«
»Gott, ich bin nun mal so! … Ja, wenn man mir Beweise vorlegte! Wenn ich hören könnte, wie er in meiner Abwesenheit von mir spricht! Wenn ich einen Brief von ihm sehen könnte! Den Freundesdienst würde ich mein Leben lang nicht vergessen!«
Die Postmeisterin bedauerte, daß sie diesen hinterlistigen Bornowolokow nie zu Gesicht bekommen habe, und fragte, ob Termosesow vielleicht eine Photographie des Verräters besäße?
»Leider nicht. Aber einen Brief von ihm. Hier, sehen Sie seine Handschrift.«
Und er zeigte ihr einen Fetzen Papier von Bornowolokows Hand beschrieben. Beim Fortgehen ließ er ihn wie von ungefähr auf dem Tische liegen.
Dreizehntes Kapitel.
Diese zweite Angel war noch glücklicher ausgeworfen als die erste. Gegen Abend, als Termosesow mit Bornowolokow und Biziukin beim Kaffee saß, kam ein Postbote mit dem Auftrage, Ismail Petrowitsch sofort zur Frau Postmeisterin zu bitten.