In wenigen Minuten waren die im Regen gebadeten Pferde angespannt, und der Wagen des Propstes sauste dahin, fröhlich in den zahllosen Lachen des furchenreichen Landweges plätschernd.
Die Luft war wunderbar frisch und rein. Ein warmes Licht lag über der Landschaft. Leichter Dampf stieg von den Feldern auf. Es roch nach feuchten Haselzweigen. Tuberozow fühlte sich in seinem Wägelchen so wohl wie seit langem nicht. Er zog immer wieder tief Atem und freute sich, daß er es so leicht konnte. Er kam sich vor wie ein Adler, dem neue Flügel gewachsen waren.
Vor der Stadt begrüßte ihn helles Glockengeläute, das die Andächtigen zum Vespergottesdienste rief.
Zwanzigstes Kapitel.
Der Wagen Tuberozows rollte in den Hof.
»Ach Gott, Vater Sawelij, wie hab' ich mich um dich gebangt!« schrie Natalia Nikolajewna und stürzte ihrem Gatten entgegen. »Das furchtbare Gewitter, – und du warst ganz allein, mein Herz!«
»Ja, Liebste, ich war nur einen Schritt vom Tode entfernt.«
Und der Propst erzählte seiner Frau alles, was er an der Quelle erlebt hatte, und fügte hinzu, daß er von nun an gleichsam ein zweites Leben lebe, nicht mehr sein eigenes, sondern das eines andern. Es sei ihm dies eine Lehre und zugleich ein Vorwurf, nie an die Vergänglichkeit und Nichtigkeit seines kurzen Lebens gedacht zu haben.