»Feigling, Feigling,« flüstert es wieder von allen Seiten. Warnawa hört es, kalter Schweiß läuft ihm übers Gesicht, es kribbelt ihn am ganzen Körper; die Angst packt ihn, wie eine unerträgliche, lähmende, quälende Krankheit, sein Ausdruck bekommt etwas Starres, Schreckliches.
Achilla, der ihn genau beobachtete, hatte das zuerst bemerkt. Als er die Augen des Lehrers aufflammen sah, gab er dem Polizeichef ein Zeichen, etwas zur Seite zu treten, den Vater Zacharia aber nahm er ganz einfach beim Ärmel, zog ihn zurück und sagte:
»Steht nicht so dicht bei ihm, Vater Zacharia. Seht Ihr nicht? Er träumt!«
Warnawa tat einen Schritt vorwärts. Noch einen zweiten. Die zitternde Hand des Feiglings gerät in Bewegung, sie hebt sich langsam, bewegt sich vorwärts, – aber nicht nach dem Barte des Hauptmanns, sondern geradewegs nach dem Gesichte des Polizeichefs.
»Der Teufel mag wissen, was in dem Kerl vorgeht!« rief Achilla und winkte dem Polizeichef noch einmal zu. Geh lieber fort, sollte das heißen, siehst du nicht, daß der Mann von Sinnen ist?
In diesem selben Augenblick jedoch hatte Prepotenskij, die Augen zugekniffen, ganz von ferne den Schnurrbart Powerdownias gestreift: sofort stieß der Hauptmann ein grimmiges Knurren aus und fing dann an laut zu bellen.
Das war dem armen Warnawa zu viel. Er schrie wild auf, stürzte sich wie ein Panther auf den Polizeichef und schlug sinnlos um sich.
Hierauf war niemand gefaßt. Der Effekt war großartig. Die umgestürzte Lampe, das aufflammende Petroleum, die wild flüchtenden Gäste, das Entsetzen des Polizeichefs, das Geheul Warnawas, der in einem Winkel sich mit wütenden Schlägen vor dem Gespenst, das ihn packen wollte, zu schützen suchte, alles machte eine Fortsetzung des Festes unmöglich.
Die Petersburger Dame verabschiedete sich, und Prepotenskij, der alle Ein- und Ausgänge im Hause des Postmeisters sehr gut kannte, benutzte diesen Augenblick, um in den Korridor und ins Bureau zu schlüpfen, wo er sich hinter einen Schrank verkroch …