Sie mußte krank werden und sterben, um auferstehen zu können, und diese heilige Arbeit war in vollem Gange.
Der törichte Achilla war weise geworden, er suchte die Stille, und eines Tages, als er sich schon etwas gefestigt fühlte, fragte er den Propst:
»Sage mir, du gewaltiger Greis, wie soll ich mit mir zurechtkommen, wenn Gottes Wille es so fügt, daß ich, sei's auch nur für kurze Zeit, allein bleibe? Bisher war ich stolz auf meine Kraft, aber nun bin ich andern Sinnes geworden und weiß, daß ich mich nicht auf sie verlassen kann.«
»Ja, du warst groß und stark, aber auch dir naht die Stunde, da nicht mehr du dich selbst, sondern da ein anderer dich gürten wird,« erwiderte Sawelij.
»Aber auf meine Vernunft ist noch weniger Verlaß als auf die Kraft, denn Ihr wißt ja, wie leicht ich irre werde.«
»Vertrau auf dein Herz, es schlägt treu und wahr.«
»Was aber soll ich sagen, wenn ich einmal Rede stehen muß? Mein Herz ist ja stumm.«
»Lausche nur, so wirst du wohl hören, was es leise zu dir flüstert. Aber die Flöhe, die von der schmutzigen Erde auf dich hüpfen, die schüttle ab.«
Achilla legte die Hand aufs Herz und ging. »Wie soll das zugehen?« dachte er, und eine unbestimmte Ahnung sagte ihm, daß er bald, sehr bald allein sein, daß all seine Kraft ihn verlassen und »ein anderer ihn gürten« werde.