Achilla seufzte und folgte seinem Beispiel. In der feierlichen Stille der Mitternacht, im weißen, monderhellten, einsamen Garten stand er da und immer wieder schlug er mit der heißen Stirn gegen den kalten Schnee, und tiefe Seufzer wechselten mit der süßen Klage des Bußgebets: »Herr, reinige mich Sünder und sei mir gnädig« – und dazwischen klang die Stimme des Propstes, der die zweite Bitte sprach: »Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht.« Der Prediger und der Büßer beteten zusammen.

Wie groß war doch der Unterschied zwischen diesem Achilla und jenem, den wir einst in der Morgenröte pfeifend auf flammendem Roß durchs Wasser reiten sahen!

Jener Achilla war wie ein frischer Morgen nach nächtlichem Regen, dieser flimmert wie Sonnenuntergang nach einem stürmischen Tage.

Während Achilla betete, saß Tuberozow in seinem leichten grauen Leibrock auf der Bank vor dem Badehause und zählte, mit dem Kopfe wackelnd, die Verbeugungen Achillas. Als er so viele abgezählt hatte, wie ihm nötig schien, stand er auf, faßte den Diakon an der Hand und friedlich gingen sie wieder in das Haus zurück. Aber ehe er sich zu Bett legte, trat der Diakon noch einmal zu Tuberozow heran und sagte:

»Wißt Ihr, Vater Propst, als ich betete …«

»Nun?«

»Da war es mir, als ob die Erde erbebte.«

»Gesegnet sei der Herr, daß er dir ein solches Gebet gab! Geh jetzt, leg dich nieder und schlafe in Frieden,« antwortete der Propst und beide schliefen friedlich ein.

Aber als Achilla am nächsten Morgen erwachte, da hatte er ein Gefühl, als wäre er aus sich selbst herausgekommen, als hätte er unversehens etwas fortgeworfen und etwas anderes dafür gefunden. Etwas, das schwer zu tragen war und wovon man sich doch nicht trennen konnte und nicht wollte.

Es war der Strom des lebendigen, rettenden Glaubens, der die verwirrte, bebende Seele überflutete.