Der Diakon hatte für alles zweihundert Rubel bekommen und steckte die beiden Scheine in die Tasche seines Nanking-Leibrocks; er begebe sich in die Gouvernementsstadt, erklärte er. Er hatte sich bereits einen Wanderstab aus einer langen Latte zurechtgeschnitten, packte seine Sachen in ein kleines Bündel zusammen, kaufte sich auf dem Markt zwei große Roggenmehlfladen mit Zwiebeln, die er in dieselbe Tasche steckte, in der er sein Geld hatte, und wollte sich eben auf die Wanderschaft begeben, als unerwartet der neue Propst Irodion Grazianskij eintraf. Es war ein sehr wohlaussehender Herr von schwer zu bestimmendem Alter. Seinem Äußern nach konnte man ihm ebensogut sechsundzwanzig als auch vierzig Jahre geben.

Achilla ging dem neuen Vorgesetzten entgegen und wollte, nachdem er den Segen von ihm empfangen hatte, seine Hand küssen. Allein er zog sie zurück und schlug dem Diakon einen brüderlichen Kuß vor. Und so küßten sie sich auf Mund und Wangen.

»Siehst du, wie gut er ist,« sagte nach einer Stunde, als sie zusammen nach Hause gingen, Zacharia zum Diakon.

»Wie habt Ihr denn in so kurzer Zeit so viel Güte entdeckt?« fragte Achilla gleichgültig.

»Wie denn? Er wollte sich nicht die Hand von dir küssen lassen, sondern bot dir den Mund … das zeugt doch von großer Güte.«

»Ich meine, das ist nichts weiter als so eine Art von Wichtigtuerei,« erwiderte Achilla.

Er war bereits von einer wilden Eifersucht auf den neuen Propst erfaßt und suchte allerlei schlechte Eigenschaften an ihm zu entdecken, die jeden Vergleich mit dem verstorbenen Tuberozow ausschließen mußten. Je mehr der neue Propst allen Stargorodern gefiel, desto heißer mußte Achilla ihn hassen.


Zehntes Kapitel.