Und endlich verfiel der Diakon in eine ganz trübe Hypochondrie, die auch den andern nicht entging. Man fing an zu reden, daß er sich den Tod herbeirufe.
Der Propst Grazianskij besuchte den Diakon und machte ihm Vorwürfe wegen seines freiwilligen Exils; er sagte, es wäre unvernünftig, die Menschen zu fliehen; Achilla aber erwiderte ihm ruhig:
»Den Vernünftigen sucht Ihr jetzt vergebens. Er liegt im Grabe.«
Dem Arzt Pugowkin, den der Diakon einst beim Baden untergetaucht hatte und der trotzdem sein guter Freund geblieben war und jetzt zu ihm kam, ihn zu trösten und ihm einzureden, er sei krank und müsse sich ärztlich behandeln lassen, erwiderte Achilla:
»Du hast recht, mein Bester, alle meine Gedanken gehen durcheinander … Ich grübele – ich weiß selber nicht worüber … und immer quält mich … weißt du (Achilla zog die Brauen zusammen und schloß im Flüstertone) die Sehnsucht.«
»Nun ja, man nennt das erhöhte Sensibilität, Reizbarkeit.«
»Reizbarkeit, das ist es! Alles drückt mich. Weißt du, es ist, als ob ein Pfahl in meiner Brust stäke, und nachts sitze ich da und weiß lange nicht, weswegen ich mich quäle und weine.«
Da trat unerwartet ein Ereignis ein, das den Diakon aufrüttelte: der Tod des Zwerges Nikolai Afanasjewitsch. In seinem Testament hatte er verfügt, daß Vater Zacharia und Achilla ihm das letzte Geleit geben sollten, jedem von den beiden hatte er dafür fünf Rubel in bar, zwei Paar selbstgestrickte Strümpfe und eine baumwollene Nachtmütze hinterlassen.
Als man vom Begräbnis nach Hause ging, schien der Diakon heiterer als sonst. Er scherzte sogar.
»Seht ihr wohl, meine Lieben, wie Er unsere Gemeinschaft auflöst?« sagte er, »einen nach dem andern holt Er sich: nun ist auch Nikolai Afanasjewitsch hin. Und dann kommt die Reihe an mich und Vater Zacharia.«