Der sonst so wenig selbstbewußte und ehrgeizige Achilla wurde in seiner wachsenden Reizbarkeit zuletzt ganz unerträglich. Er konnte kein Wort über Tuberozow mehr ruhig anhören. Sogar wenn man den Seligen lobte, geriet er in Wut: er fand all und jedes Lob unangebracht.

»Was gibt's denn da zu loben?« sagte er zu Benefaktow. »Ihr seid, nehmt mir's nicht übel, ein leichtsinniger Mensch, Vater Zacharia. Ihr redet von ihm, wie man von Milch redet, wenn man eine Kuh gesehen hat.«

»Habe ich denn etwas Schlechtes über ihn gesagt?«

»Man soll überhaupt nicht von ihm reden. Die Zeit ist nicht danach, über die Glaubensstarken zu streiten.«

Gegen andere war Achilla noch viel schroffer als gegen Benefaktow, und als nach und nach alle, durch seine Empfindlichkeit abgestoßen, ihn zu meiden anfingen, geriet er immer mehr unter die Herrschaft eines Gedankens: der Vergänglichkeit alles Irdischen und des Todes.

»Sagt was ihr wollt,« philosophierte er, »das ist auch keine Kleinigkeit, plötzlich so hinzusterben und dann Gott weiß wo an einem ganz andern Ort wieder zu sich kommen.«

»Darüber hast du noch Zeit genug nachzudenken,« tröstete ihn Zacharia, »du stirbst nicht so bald.«

»Woraus schließt Ihr das, Vater Zacharia?«

»Aus deinem Körperbau und … dann hast du solche Ohren … so feste …«

»Ja, was meine Statur und meine Ohren betrifft, so brauchte ich in hundert Jahren nicht zu sterben; man müßte mich rein mit einem Knüppel totschlagen. Aber, wißt Ihr, das hängt doch auch von der Phantasie ab, und deswegen muß der Mensch auch daran denken.«