»Schafskopf« meint der Arzt achselzuckend.

»Kusch!« donnert Achilla und hebt drohend die Faust. Seine Augen funkeln grimmig.

»Ist das ein Esel! Kein vernünftiges Wort kann man mit ihm reden.«

»Was? Ein Esel bin ich? Man kann nicht mit mir reden? Na warte! Ich bin euch kein sanfter Sawelij! Runter in den Sumpf!«

Mit diesen Worten hat der Diakon die Leine seines Pferdes aus der rechten Hand in die linke genommen, packt den Arzt mit der Rechten um den Leib und reißt ihn ins Wasser hinab. Sie tauchen unter, werden wieder sichtbar und verschwinden aufs neue. Obgleich das Verhalten des Diakons deutlich verriet, daß er keineswegs die Absicht hatte, den Arzt zu ertränken, sondern ihn nur etlichemal untertauchen wollte, – er hielt auch, während sie so zappelten, immer nach dem Ufer zu – so versetzte das verzweifelte Gebrüll des Medikus die Drei auf dem Steine und die am Ufer stehende Felizata doch in eine so unbeschreibliche Angst, daß auch sie ein lautes Geschrei erhoben, welches die ganze Umgegend alarmieren mußte.

So begann der Diakon Achilla seinen Ausrottungskampf gegen die in Stargorod um sich greifende gemeingefährliche Freigeisterei, und wir werden sehen, was für gewaltige Folgen dieser energische Anfang zeitigen sollte.


Achtes Kapitel.

Der Lärm und das Geschrei der Badenden hatten den Propst, der an seinem Fenster kaum ein wenig eingeschlummert war, aufgeweckt. Der Alte erschrickt, springt auf, sieht auf den Fluß hinaus, kann aber ganz und gar nicht begreifen, was eigentlich geschehen. In diesem Augenblicke hält vor seinem Hause ein eleganter, von einem grauen Vollblutpferde gezogener Jagdwagen. Darin sitzt eine schwarzgekleidete junge Dame: sie kutschiert selbst, neben ihr ein kleiner Groom. Die Dame ist die junge verwitwete Gutsbesitzerin Alexandra Iwanowna Serbolowa, seine ehemalige Lieblingsschülerin.