Tuberozow war gekommen. Warnawa hörte in seiner Scheune, wie unter dem festen Tritt des beleibten Propstes die Stufen des alten Holztreppchens knarrten und sich bogen, und wie der Gast die Serbolowa und die alte Hostienbäckerin begrüßte.
»Nun, meine liebe Witwe von Nain, was macht dein gelehrter Sohn?« wandte sich Vater Sawelij an die Alte, die eben den kleinen weißen Tisch auf die offene Veranda hinaustrug, wo die Gäste den Tee trinken sollten.
»Mein Warnascha? Gott weiß, Vater Propst. Er hat wohl Angst bekommen und sich irgendwo vor Euch versteckt.«
»Du lieber Himmel, was hat er denn von mir zu fürchten? Er sollte sich lieber mehr um sich selber kümmern und vorsichtig sein,« und Tuberozow erzählte Darjanow und der Serbolowa von den nächtlichen Abenteuern Achillas.
»Wer hat ihn darum gebeten? Wer hat es ihm befohlen?« fragte der Alte und antwortete selbst: »Niemand! Er hat es ganz für sich allein beschlossen, mit Warnawa Wasiljewitsch abzurechnen, und die ganze Stadt haben sie in Aufregung versetzt.«
»Habt Ihr es ihm denn nicht befohlen, Vater Propst?« fragte die Alte.
»Wie käme ich dazu, solche Dummheiten zu befehlen?« erwiderte Tuberozow und fing von anderen Dingen zu reden an. So verging noch eine halbe Stunde und die Gäste brachen auf. Warnawa war immer noch unsichtbar, aber als der Wagen der Serbolowa vorfuhr, flog die Pforte der Scheune, in welcher der Lehrer sich verborgen hielt, weit auf, und langsam und feierlich schritt Warnawa Prepotenskij auf die erstaunten Gäste zu.
Er trug seine gewöhnliche Kleidung und hielt in beiden Händen hoch über seinem Haupte den neuen Waschtrog, den er der Mutter geraubt und in dem jetzt in schönster symmetrischer Anordnung die wohlbekannten Gebeine lagen.
Ehe noch jemand begreifen konnte, was die Erscheinung des Lehrers mit dieser seltsamen Trophäe zu bedeuten hatte, war Prepotenskij bereits majestätisch an der Veranda vorübergeschritten, hatte dem dort stehenden Tuberozow die Zunge gezeigt und war dann über den Friedhof auf die Straße hinausgegangen.