Kaum hatte der arme Lehrer den Diakon erblickt, so knickten seine Knie kraftlos zusammen. Doch schon im nächsten Augenblick reckten sie sich wieder auf wie Sprungfedern, und mit drei mächtigen Sätzen legte er eine Entfernung zurück, die ein normaler Mensch in zehn Sprüngen nicht hätte überwinden können. Dadurch schien Warnawa gerettet, denn er befand sich jetzt gerade unter dem Fenster der Gattin des Akziseeinnehmers Biziukin, und zu seinem großen Glück stand die aufgeklärte Dame selbst am offenen Fenster.
»Nehmen Sie dies!« rief Prepotenskij ganz außer Atem.
»Ich werde verfolgt von Spionen und Pfaffen!«
Bei diesen Worten schob er den Trog mit den Knochen zum Fenster hinein, er war aber selbst so erschöpft, daß er sich nicht mehr rühren konnte und an die Mauer lehnen mußte. Im selben Augenblick stand auch schon Achilla, ebenfalls ganz außer Atem, neben ihm und packte seinen Arm.
Sein Blick traf mitten auf der Straße zwei aus dem Staube emporragende menschliche Rippen. Sich zu Prepotenskij wendend sagte er:
»Warum hebst du deine Astragalusse nicht auf?«
»Tretet beiseite, dann will ich sie aufheben.«
»Gut, ich will zurücktreten,« – und der Diakon ging an das Fenster, stellte sich auf die Zehenspitzen, guckte ins Zimmer hinein und fuhr fort:
»Hören Sie mal, Frau Rätin, Sie tun sehr unrecht, wenn Sie sich für diesen Lehrer so ins Zeug legen.«