»Sehr schön. Wozu hat hat er dann aber meinen Stab mitgenommen? In den seinen will er den Stein einsetzen lassen, und den meinen nimmt er mit?!«

Der Diakon schlug sich mit der Hand vor die Stirn und rief:

»Da wär' ich wieder mal der Narr.«

»Hoffentlich bist du der Narr, hoffentlich,« bestätigte Vater Zacharia und fügte mit leisem Vorwurf hinzu: »und dabei hast du doch Logik gelernt, mein Lieber. Schäme dich.«

»Warum soll ich mich schämen, wenn ich sie gelernt, aber nicht kapiert habe! Das kann jedem so gehen,« antwortete der Diakon.

Er sprach fortan keinerlei Vermutungen mehr aus, nur im stillen verzehrte ihn nach wie vor die Neugier: was wird nun eigentlich geschehen?

So verging eine Woche, bis der Propst zurückkam. Der Diakon Achilla, welcher gerade einen von ihm neu eingetauschten Steppengaul einritt, war der erste, der die schwarze Pfarrkutsche sich der Stadt nähern sah. Er raste durch die Straßen, machte Halt vor allen Häusern, in denen gute Bekannte wohnten, und schrie in die offenen Fenster hinein: »Er kommt! Der Propst Sawelij! Die edle große Seele!«

Ein neuer Gedanke war dem Achilla plötzlich gekommen.

»Jetzt weiß ich, was es ist,« sagte er zu den Umstehenden, während er vor dem Tore des Pfarrhofes vom Pferde stieg. »Alle meine bisherigen Vermutungen waren nichts als eitel Torheit. Jetzt aber kann ich euch für gewiß sagen, der Vater Propst hat nichts anderes getan, als griechische Lettern – oder auch lateinische – in die Knöpfe einätzen lassen. So ist es, jawohl, so und nicht anders ist es; ganz bestimmt hat er Lettern einätzen lassen, und wenn ich es jetzt nicht erraten habe, so könnt ihr mich hundertmal einen Esel nennen.«