»Warte nur, warte, das tun wir noch; das kommt schon noch,« sagte Vater Zacharia und ging dem eben vorfahrenden Wagen entgegen.
Ernst und würdevoll entstieg der Propst dem Wagen, trat in das Haus ein, betete, begrüßte seine Gattin, indem er sie dreimal auf den Mund küßte, bewillkommnete danach auch den Vater Zacharia, wobei sie sich gegenseitig auf die Schultern küßten, und zu guter Letzt den Diakon Achilla, der dem Propst die Hand küßte, während dieser mit den Lippen seinen Scheitel berührte. Nach dieser Begrüßung ging man ans Teetrinken, Schwatzen, Erzählen, und langsam wich der Abend der Nacht, ohne daß der Propst auch nur ein Wort über die alle so interessierenden Stäbe geäußert hätte. Ein Tag verging, ein zweiter, ein dritter, mit keiner Silbe erwähnte Vater Tuberozow die Angelegenheit. Es schien, als habe er die Stäbe in die Hauptstadt gebracht und sie dort in den Fluß versenkt, damit alles Gerede von ihnen schweige.
Der Diakon brannte förmlich vor Neugier und wußte nicht, was er ersinnen sollte, um das Gespräch auf die Stäbe zu bringen. Aber die Sache kam bald von selbst zur Erledigung. Am fünften oder sechsten Tage nach seiner Heimkehr bat der Vater Sawelij nach dem Hauptgottesdienst den Stadthauptmann, den Schulinspektor, den Arzt und den Vater Zacharia nebst dem Diakon Achilla zu sich zum Tee und fing wiederum zu erzählen an, was er alles in der Gouvernementsstadt gehört und gesehen habe. Er berichtete ihnen von vielerlei schönen Sachen, welche er in den Kaufläden gesehen hatte. »Es ist erstaunlich,« meinte er, »was die dortige Kunstfertigkeit zu leisten vermag.«
Mit diesen Worten ging der Propst ins Nebenzimmer und kam, in jeder Hand einen der wohlbekannten Stäbe haltend, wieder zurück.
»Sehen Sie mal hier,« sagte er, indem er den Gästen die Oberfläche der beiden goldenen Knöpfe vor die Augen hielt.
Der Diakon Achilla riß die Augen auf, um zu erspähen, was der Politikus zustande gebracht hatte, um die gleichwertigen Stäbe unterscheiden zu können. Aber ach! Es war kein wesentlicher Unterschied zu erkennen. Im Gegenteil, ihre Gleichwertigkeit schien nun erst vollkommen, denn in der Mitte eines jeden Knopfes war in ganz gleicher Weise, von einem Strahlenkranze umgeben, ein Gottesauge eingraviert, um welches sich eine kurze Kursivinschrift schlang.
»Und Lettern sind keine da, Vater Propst?« bemerkte Achilla, dem die Geduld ausging.
»Was willst du noch für Lettern?« erwiderte Tuberozow, ohne ihn anzusehen.
»Um sie in ihrer Gleichwertigkeit zu unterscheiden.«
»Immer kommst du mit deinem dummen Zeug,« wandte sich der Propst zum Diakon, und dann stützte er den einen Stab gegen seine Brust und sprach: