»Es war kaum ein Jahr, nachdem meine gnädige Herrin mich von meiner früheren Herrschaft gekauft hatte. Ein Jahr in bittern Schmerzen lag hinter mir. Ich war von meiner Heimat und von meinen Lieben für immer getrennt. Natürlich ließ ich meinen Kummer nicht merken. Es war jedoch vergebens, denn die Selige hatte ihn längst erraten. Als nun mein Namenstag kam, geruhte sie mir zu sagen:
›Was soll ich dir denn zum Namenstage schenken, Nikolai?‹
›Mütterchen,‹ sag' ich, ›was brauch' ich Narr noch beschenkt zu werden? Ich bin auch so völlig zufrieden.‹
›Nein,‹ geruhte sie zu sagen, ›einen Rubel sollst du wenigstens haben.‹
Natürlich wagte ich nicht zu widersprechen und küßte ihr die Hand:
›Vielen Dank, Euer Gnaden!‹ sprach ich nur.
Und setzte mich wieder auf das Fußbänkchen gegenüber ihrem Sessel und strickte meinen Strumpf weiter. Nach einiger Zeit fragt sie wieder:
›Was wirst du mit dem Rubel anfangen, Nikolai, den ich dir morgen schenken will?‹
›Den schicke ich bei Gelegenheit meinem Vater.‹
›Und wenn ich dir zwei schenke?‹