»Kann man es denn erklären, wie man schmachtet? Ich habe mich halt nach dir gesehnt.«

»Warum habe ich nicht gefühlt, daß du dich nach mir sehntest, Sserjoscha? Es heißt ja, daß man so was immer fühlt.«

Ssergej gab keine Antwort.

»Warum hast du immer gesungen, wenn du dich wirklich nach mir gesehnt hast? Ich hab ja gehört, wie du auf der Galerie deine Lieder sangst,« fragte Katerina Lwowna unter Küssen und Liebkosungen.

»Was folgt daraus, daß ich gesungen habe? Auch die Mücke singt ihr Leben lang, doch nicht vor Freude,« antwortete Ssergej trocken.

Es entstand eine Pause. Ssergejs Geständnis erfüllte Katerina Lwowna mit höchster Freude.

Sie wollte noch mehr darüber sprechen, aber Ssergej runzelte die Stirne und schwieg.

»Schau nur, Sserjoscha, was das für ein Paradies ist!« rief Katerina Lwowna aus, durch die dichten Zweige des blühenden Apfelbaumes in den heiteren blauen Himmel mit dem Vollmond blickend.

Das Mondlicht drang durch die Blüten und Blätter des Apfelbaumes und überschüttete die Figur und das Gesicht der auf dem Rücken liegenden Katerina Lwowna mit zauberhaften Lichtflecken. Ein leiser warmer Windhauch bewegte kaum die schlafenden Blätter und brachte den feinen Duft der blühenden Gräser und Bäume. Die Luft flößte eine süße Mattigkeit, Wollust und dunkles Sehnen ein.

Ssergej sagte noch immer nichts, und Katerina Lwowna hielt wieder inne und blickte durch die blaßrosa Apfelblüten zum Himmel empor. Auch Ssergej schwieg; der Himmel schien ihn aber nicht zu interessieren. Er saß, seine Knie mit beiden Armen umschlingend, und betrachtete aufmerksam seine Stiefel.