Auf der ersten Station ging sie ruhig auf ihn zu, flüsterte »Schurke!« und spuckte ihm ganz unerwartet in die Augen.
Ssergej wollte sich auf sie stürzen, man hielt ihn aber zurück.
»Warte nur!« sagte er, sich das Gesicht abwischend.
»Wie tapfer sie doch gegen dich ist!« spotteten unterwegs die Sträflinge über Ssergej. Am lustigsten lachte Ssonetka.
Dieses Zwischenspiel war ganz nach ihrem Geschmack.
»Ich werde es dir schon zeigen!« drohte Ssergej Katerina Lwowna.
Vom anstrengenden Marsch bei dem schlechten Wetter ermüdet, schlief Katerina Lwowna mit blutendem Herzen auf der Pritsche der nächsten Etappe ein. Sie hörte gar nicht, wie in die Frauenabteilung zwei Männer kamen.
Bei ihrem Erscheinen erhob sich Ssonetka von der Pritsche, zeigte stumm auf Katerina Lwowna, legte sich wieder hin und hüllte sich in ihren Kittel.
In diesem Augenblick wurde Katerina Lwowna der Kittel über den Kopf gezogen, und auf ihren Rücken, der nur noch mit dem groben Hemd bekleidet war, sauste das dicke Ende eines doppelt zusammengedrehten Strickes nieder.
Katerina Lwowna schrie auf. Der Kittel, der ihr über den Kopf geworfen war, erstickte aber ihre Stimme. Sie versuchte aufzuspringen, konnte sich aber nicht rühren; auf ihren Schultern saß ein kräftiger Mann, der sie an den Händen festhielt.