»Das ist ja einfach unglaublich!« rief er aus: »Alle Offiziere nennen ihn ja ‚die Standuhr‘!«
»Darum erzähle ich es eben, weil es so unglaublich ist! Stellen Sie sich nun vor, daß wir in unserm Salon just eine solche altmodische Standuhr, obendrein eine mit einem Glockenspiel stehen haben; wenn man sie aufzieht, so hört das Bimmeln gar nicht auf. Meine Frau fürchtet sich sogar, in der Dämmerung durch den Salon zu gehen. Wir können aber die Uhr nirgends fortschaffen; sie soll auch sehr wertvoll sein, und meine Frau hat sie jetzt auch selbst lieb gewonnen.«
»Warum eigentlich?«
»Sie sinnt gerne ... sie glaubt, im Pendelschlag etwas zu hören ... Sie hört darin immer die Worte: ‚Ich — such! — Ich — such!‘ Jawohl! Sie fühlt sich dadurch irgendwie angezogen und hat zugleich unheimliche Angst ... Sie schmiegt sich immer an mich und will, daß ich sie in den Armen halte. Ich glaube sogar, daß sie wieder in Umständen ist.«
»Ja, ja ... das ist ja bei einer verheirateten Frau wohl möglich ... Sogar sehr möglich!« platzte der Pfarrer heraus. Mit diesen Worten lief er davon und kam zu uns, so verschwitzt, wie wenn er tatsächlich aus dem Dampfbade käme. Er erzählte uns alles in einem Zug, ersuchte uns aber, alles geheim zu halten.
Der Verlauf seiner Unterredung mit dem Obersten gefiel uns übrigens nicht. Wir waren der Ansicht, daß der Oberst der ihm mitgeteilten Entdeckung nicht die gebührende Beachtung geschenkt und sie auf eine ganz unpassende Weise mit seinen eigenen Eheangelegenheiten in Verbindung gebracht habe.
Einer von uns, ein Kleinrusse, fand dafür sofort eine Erklärung.
»Die Mutter des Obersten«, sagte er, »heißt Veronika Stanislawowna.«
Die anderen fragten ihn:
»Was wollen Sie damit sagen?«