„Wie nichtswürdig und gemein wurde dieses ‚Karkadil‘ betrogen.“
„Gewiß,“ gab ich zur Antwort, „eine solche Lumperei und Nichtswürdigkeit ist noch nicht dagewesen; doch läßt sich in der Sache nichts machen und dem Mann kann nicht geholfen werden.“
Drukart zog seine mächtige Stirne in Falten und meinte:
„Versuchen wir es!“
„Ja, was ließe sich tun?“
„Versuchen wir es! ... Komm mit, Du ‚Karkadil‘.“
Den Introligator zum Mitgehen zu bewegen, war nicht nötig, denn er verließ uns auch nicht einen Augenblick; er lief immer vor uns, sich stets nach uns scheu umsehend in der Angst, ob das „Karkadil“ nicht nachlaufe und ihn zu verschlingen drohe, wovor er große Angst zu haben schien; ich weiß nicht, ob er sich um sein Leben oder um das Leben seines Sohnes, welches in diesem Falle unzweifelhaft verloren war, fürchtete.
Man sagt: „Wie die Leute sich zeigen während eines Schreckens, das sind oder waren sie auch tatsächlich im Leben“ — sei dem nun wie es wolle, in dem Augenblicke, als die Gewohnheiten eines Menschen eine plötzliche Änderung durch Schrecken erfahren, zeigen sie ihre wahre Natur!
Nach diesem zu urteilen, müßte man annehmen, daß der Jude mehr um sein eigenes Leben besorgt war, als um das seines Sohnes; aber so lange wir nicht die Eigenschaft besitzen, mit eigenen geistigen Augen das Innere unserer Mitmenschen durchdringen und beobachten zu können, müssen wir derartige Annahmen als irrig, nichts beweisend und nichts Positives bringend ansehen. —
Andreas Ivanovič beschloß den Fürsten Hilarion Hilarionovič für den Juden zu interessieren — ein Plan, welcher meiner Ansicht nach weder Nutzen noch Schaden dem Juden bringen konnte, so daß ich mich für diesen nicht erwärmen konnte.