Der Fürst sprach wenig, langsam, in abgerissenen kurzen Sätzen, mitunter lakonisch, sarkastisch.
In seinen Reden fehlte zumeist der Schluß; der Aufbau seiner Sätze war ganz eigenartig.
Sie erinnerten in ihrer Anlage und Bildung an die Gespräche des Unbekannten in Dickens’ „Der Pickwickier-Klub“, den originellen Begleiter des jungen, zartfühlenden Tormein, der, wie bekannt, etwa in dieser Weise sich ausdrückte:
„Es geschah ... fünf Kinder ... Mutter ... hohe Person ... stets aß die Häringe ... Vergaß ... drei ... Kinder ... schauen ... sie ohne Kopf ... verwaist ... sehr leid.“
Um die eigentümliche Ausdrucksweise des Fürsten zu verstehen, dazu gehörte ein großes Anpassungsvermögen und langjähriges Zusammenleben mit dem Fürsten und auch mußte man seine Gewohnheiten kennen; es war außerordentlich schwierig den mündlichen Auseinandersetzungen und Weisungen zu folgen, da er, wie schon erwähnt, den Schluß gewöhnlich nicht sagte.
Doch aus dem Charakter des Heroen in Dickens’ Romane konnte man schließen, daß, obzwar er in kurzen abgebrochenen Sätzen und Wörtern seine Ansicht zum Ausdruck brachte, er jedenfalls rasch redete, aber unser herzensguter Fürst hatte es nie eilig, er redete sehr langsam, mit großen Zwischenpausen, so daß der „gute Junge“ stets Zeit hatte, wenn es sich notwendig zeigte, unter seiner Nase in seinem flotten Schnurrbarte sich festsetzen zu können.
Sprach der Fürst russisch, so pflegte er, wie es sich einem hohen Herrn des neunzehnten Jahrhundertes gebührte, ein nichts sagendes, gewöhnliches Wort einzufügen — ob am rechten oder unrechten Orte, blieb sich gleich; man findet diese Eigentümlichkeit dann nur noch unter dem Volke.
Dieses Wort, welches der Fürst einzuschalten pflegte, war: „scheint es“.
Auf diesem „scheint es“ blieb oft die ganze Resolution stecken und jedermann zog aus diesem „scheint es“ den Schluß, daß seine Angelegenheit nicht schlecht stehe.
Dieses „scheint es“ gleicht jenem abgerissenen Akkord in der Oper: „Die Makabäer“ — welcher mehr andeutet, als eine große Schlußkadenz nach allen Regeln der Kunst komponiert.