„Machen Sie ... scheint es ...“ sprach der Fürst, mit der Hand leicht winkend; seine Umgebung begriff ihn und alle wußten, was getan werden sollte; es kam alles schön heraus, deshalb, weil alle wußten und kannten, was der Fürst dachte und wollte.

In der Mehrzahl der Fälle endete alles sehr günstig und zu aller Zufriedenheit; ich aber konnte es mir trotz alledem nicht vorstellen, wie diese Angelegenheit einen günstigen Abschluß finden könnte.

Gegen den Introligator und für seinen Schädiger sprach das Gesetz, für den letzteren auch noch die Fürstin — deren Einfluß, Ansehen, Bedeutung zum Leidwesen größer waren als die des Fürsten; das war unbestreitbar.

Was konnte man dem fürstlichen „scheint es“ gegenüberstellen und wie es begreifen?

Bekanntlich muß man, wenn man etwas erreichen will, sich erst darüber klar sein, was man zu erreichen wünscht und auf welchem Wege man dies erreichen könnte, und erst dann schreitet man zur Ausführung des gefaßten Planes.

Aber weder Drukart noch ich haben uns irgend einen Plan gemacht, wie wir vorzugehen willens wären, um etwas günstiges für unseren Juden zu erreichen.

In uns beiden war nur der Wunsch — zu helfen, rasch zu helfen; und einer von uns meinte, daß es nur notwendig sei, den Fürsten milde zu stimmen, ihn für die Angelegenheit des Introligators zu interessieren, das übrige werde sich dann von selbst ergeben.

Drukart war von dem guten Ausgange gleich von Anfang an überzeugt, ich aber zweifelte sehr daran; dafür hatte ich später Gelegenheit gehabt ausrufen zu dürfen: Selig sind die Gläubigen, denn deren wird das Himmelreich.

Zwölftes Kapitel.

Indem ich meinen armen bedauernswerten Juden dem Schutze und der Vormundschaft meines Freundes befahl, begab ich mich auf meinen Dienstposten, um meine tägliche Aufgabe fertig zu bringen.