In der Folge ging sie jedesmal unaufgefordert zum Mitropoliten, um sich von ihm segnen zu lassen, er schenkte ihr Bücher, Bilder, sie trat dann zur rechtgläubigen Kirche über und soll, wie man mir erzählte, sehr religiös gelebt und den Mitropoliten Filaret äußerst hoch geschätzt und geliebt haben.

Während dieses seines Besuches zeigte sich uns der Mitropolit auch in anderem Lichte.

Er hatte kaum die Ehrenstelle am Divan eingenommen, als die Schwester der Hausfrau sich beeilte, neben ihn sich zu setzen und ihn zu unterhalten.

Die Dame dachte wohl vor ihm mit ihrer Eleganz einer Weltdame glänzen zu sollen, denn sie frug süß lächelnd:

„Euere Excellenz dürften sich wohl hier in Kiev nach Petersburg sehnen?“

Der Mitropolit sah sie an — und — Gott weiß es — hat er diese Frage mit seiner Entfernung aus Petersburg in Verbindung gebracht oder dieselbe nicht richtig verstanden, denn er antwortete:

„Was soll das? ... Was geht mich Petersburg an?“ und sich abwendend sprach er in einem ganz eigentümlichen Tonfall und Ausdrucksweise: „... dumm ... sehr dumm ...“

Die Stimme, mit welcher er dies sagte, klang so alt, so schwach, während später, als er sich beruhigte, dieselbe wieder weich, wenn auch tief, klangvoll wurde.

Der Eindruck, den der Mitropolit beim ersten Begegnen auf mich machte, war ein eigentümlicher, mir schien derselbe gutmütig, zu gleicher Zeit aber — sehr grob zu sein.

Ich erinnere mich noch eines Vorfalles mit einem Maurer, welcher vom Turme herabstürzte und sich schwer verletzte.