Der Mitropolit trat an ihn heran, betrachtete ihn längere Zeit, seufzte tief auf und sprach:
„Ei, ei! Du dummer Mensch! ...“ segnete ihn und ging weiter. —
In Kiev wohnte ein Priester, Namens Botvinovskij ein Mensch nicht ohne verschiedene Schwächen dabei aber von ungewöhnlicher Herzensgüte.
Er stellte, beispielsweise, eine solche Geschichte an: Dem Kassier T. fehlten etwa 3000 Rubel in der Kassa und ihm drohte nicht nur völliger Untergang, Entlassung, sondern auch Gefängnis, wenn nicht noch etwas Ärgeres.
Viele reiche Leute haben ihn zwar bemitleidet, aber niemand entschloß sich etwas zu tun, um ihm zu helfen und ihn zu retten.
Botvinovskij jedoch, ohne je den T. gesehen, oder gekannt zu haben, verkaufte alles Wertvolle, was er besaß, belastete sein Haus und lief ruhelos so lange bei allen seinen Bekannten und auch Unbekannten in der Stadt herum, bis er die noch fehlende Summe geradezu gesagt zusammengebettelt hat, die er dann dem T. einhändigte.
Sowie man dem Mitropoliten diesen Fall erzählte, meinte er:
„Siehe da! ein selten braver Mann!“
Statt des Dankes erntete Botvinovskij später den schwärzesten Undank, er wurde beim Mitropoliten verklagt, welcher ihn vor sich laden ließ und ihn fragte, ob es alles wahr sei, was die Leute über ihn reden.
„Verzeihen, Euere Excellenz, nur Unvorsichtigkeiten,“ gab Botvinovskij zur Antwort.