Ein halbblinder alter, dienender Bruder, der stets mit einer Büchse und geheiligtem Wasser unter dem Tore saß, besprengte den Juden mit demselben; der Jude jedoch beeilte sich die wenigen Tropfen Wasser, welche auf ihn fielen, so rasch wie tunlich abzuwischen.
Jetzt erst war der Schlitten so weit, um bald vor der Residenz des Mitropoliten anzuhalten; es handelte sich nun darum, ob der Mitropolit den Drukart mit dem Juden überhaupt empfangen wird, oder ob gewartet werden müsse.
Drukart hat alles während der Fahrt wohlweislich nochmals bedacht, namentlich in welcher Art und Weise er den Auftrag des Fürsten an den Mitropoliten ausführen soll.
Zuerst war er der Ansicht den Juden im Schlitten zurückzulassen, selbst um Audienz beim Mitropoliten zu bitten, diesem die Angelegenheit kurz, in wenigen Worten, mitzuteilen, dabei gleichzeitig seine Rede so zu halten, daß beim Mitropoliten Mitleid und Interesse für den Juden erregt werde; was dann sein wird — das wird sein!
Wenn alles so sich ereignet hätte, wie es gedacht worden, wer weiß, ob das Ende so ausgefallen wäre, wie dies später der Fall gewesen.
Ich habe schon erwähnt, was für ein herrlicher, schöner, warmer Tag gewesen.
Der Mitropolit stand zu jener Zeit bereits hoch in Jahren, fast an der Neige des Lebens, war fast fortwährend kränklich, mitunter litt er schwere Schmerzen und mußte längere Zeit das Bett hüten.
Sein Leibarzt war Professor Vl. Af. Karavaev, der eigentliche behandelnde Arzt jedoch dessen Gehilfe Zaslavskij, welchen der Metropolit „Vater Zaslavskij“ zu nennen pflegte.
In der Zwischenzeit, wo er den Zaslavskij nicht nötig hatte, unternahm er nicht selten sogar kleine Spaziergänge in freier Luft.
Drukart und der Jude kamen gerade zu einer Zeit, die nicht besser und erwünschter sein konnte.