„Schon gut,“ gab Silin zur Antwort, „kannst kommen und drei Tage im Hofe leben, dann wollen wir weiter sehen.“
„Zu Befehl!“ antwortete Gavruša mit freudestrahlendem Gesichte. „Ich komme noch heute.“
Das Dorf war vom Gute nur sechs Werst entfernt.
Dimitrij Petrovič, zufrieden, daß er sich gegen einen Freund aussprechen konnte, hielt mich den ganzen Weg mit seinem Arm umschlossen und plauderte während der Fahrt, ohne irgend einen Anschein von Aufregung, Furcht oder Angst, lustig weiter, bemerkend, daß, wenn seine Familienverhältnisse eine günstige Wendung nehmen sollten, er sofort nach Petersburg übersiedeln und sich ausschließlich den Wissenschaften widmen würde.
„Die Strömung,“ sprach er, „welche so viele hochbegabte junge Männer nach dem Dorfe trieb, war eine unglückselige, bedauernswerte. Korn und Weizen gibt es bei uns in Rußland genug, mehr als zu viel, nicht aber unterrichtete, gebildete Leute. — Es ist nötig, daß die begabte, gesunde und kräftige Jugend sich den Wissenschaften, der Kunst und der Politik widmet, anders vorzugehen bedeutet unberechenbaren Verlust und Schaden für das Reich.“
Und so philosophierte er mit vielem Behagen weiter und drückte sein Bedauern darüber aus, daß er morgen früh zur Holzauktion fahren müsse, und wir uns so früh trennen müßten.
Ich fühlte mich dagegen recht unbehaglich, da es mir schien, ich betrüge einen arglosen Menschen.
Gleichzeitig fühlte ich eine freudige Behaglichkeit, ein ganz eigentümliches angenehmes Gefühl.
Ich betrachtete den wie eine große rotglühende Scheibe aufgehenden Mond; in meiner Vorstellung sah ich eine hohe, schlanke und doch volle Blondine, bleichwangig, stets einfach und doch geschmackvoll gekleidet, einen eigentümlichen angenehmen Duft, weit entfernt an Rosen erinnernd, um sich verbreitend, wobei mir ganz besonders angenehm war zu wissen, daß sie ihren Mann nicht liebe.
Zu Hause angekommen, setzten wir uns zum Abendbrot.