Über die Blumenbeete und den gelben Sand der Gartenwege legten sich die tiefschwarzen Schatten der Bäume.

„Ich muß morgen früh auch wegfahren,“ sagte ich.

„Das ist ja selbstverständlich; denn wenn der Mann nicht zu Hause ist, dürfen Sie auch nicht hier bleiben,“ gab sie spöttisch zur Antwort. „Ich stelle mir lebhaft vor, wie Sie sich unglücklich fühlen würden, wenn Sie sich in mich verlieben sollten! — Doch warten Sie, ich werfe mich Ihnen gelegentlich selber auf den Hals ... ich werde dann sehen, mit welchem Schrecken und Entsetzen Sie weglaufen werden. — Das wird sehr ergötzlich sein.“

Ihre Stimme klang ärgerlich, ebenso zeigten ihre Mienen einen großen Verdruß; aber ihre Augen leuchteten voll begehrlicher, leidenschaftlicher Liebe.

Ich betrachtete dieses wunderbare Wesen bereits als mein Eigentum und zum erstenmale bemerkte ich, daß sie Augenbrauen von einer solchen eigenartigen Schönheit besitze, wie ich sie noch nie bei irgend einer anderen Frau gesehen habe.

Der Gedanke, daß ich dieses wunderschöne Weib an mich ziehen, es liebkosen, ihr prachtvolles Haar berühren und küssen könne, machte mich unendlich glücklich, mir schien, als wäre dies alles ein schöner Traum, ein Phantom, eine Erscheinung der Einbildungskraft, so daß ich die Augen schloß und lächelte.

„Übrigens, es ist schon spät! ... Angenehme Ruh’ ...“ sprach sie.

„Ich will aber keine angenehme Ruh’ haben ...“ sagte ich, lachend hinter ihr in das Zimmer tretend. — „Ich verfluche diese Nacht, wenn sie ruhig verlaufen sollte.“

Ihre Hand drückend und sie zur Tür begleitend, sah ich in ihrem Gesichte, daß sie mich begriff und froh ist, daß ich sie ebenfalls begriffen habe.

Ich ging in mein Zimmer; auf meinem Tische neben den Büchern und Zeitungen lag die Mütze des Dimitrij Petrovič, und diese erinnerte mich an seine Freundschaft.